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Full text of "Der Stern"

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November 1981 107. Jahrgang Nummer 11 







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Veröffentlichung 

der Kirche Jesu Christi der 

Heiligen der Letzten Tage 



November 1981 
107. Jahrgang 
Nummer 11 



Die Erste Präsidentschaft: Spencer W. Kimball, N, Eldon Tanner, Marion G. Romney, 
Gordon B. Hinckley. 

Das Kollegium der Zwölf: Ezra Taft Benson, Mark E. Petersen, LeGrand Richards, 
Howard W. Hunter, Thomas S. Monson, Boyd K. Packer, Marvin J. Ashton, Bruce R. 
McConkie, L. Tom Perry, David B. Haight, James E. Faust, Neal A. Maxwell. 

Redaktionsleitung: M. Russell Ballard, Loren C. Dünn, Rex D. Pinegar, Charles A. Didier, 
George P. Lee, F. Enzio Busche. 

Chefredakteur: M. Russell Ballard. 

Geschäftsführender Redakteur: Larry A. Hiller Stellvertreter: David Mitchell. 

Ressortleiter: Bon nie Saunders (Kindcrbcilagc), Roger B. Gylling (Layout), Norman Price 
(Produktion). 

Verantwortlich für die Übersetzung: Peter Keldorfer, Deutsche Übersetzungsabteilung, 
Im Rosengarten 25B, D-6368 Bad Vilbel. Telefon: 06193/64017. 

Lokalteil: Holger G. Nickel, Im Rosengarten 25B, Bad Vilbel. Telefon: 06193/64056. 



INHALT 

Die Grundsätze der zeitlichen Errettung. Marion G. Romney 1 

Der beste Ehepartner sein, der wir sein können. Val R. Christensen 9 

Bruder Cuencas Glaube. Fred R. Gladden jun 15 

„Sag ihr. ich habe dich gesandt." Kathleen Scott 17 

Für die Heiligen Gemeindehäuser bauen. Ronald C. Barker 18 

Durch Opfern geistig wachsen. Carma T. und Roy A. Prete 20 

Die Abenteuer eines jungen britischen Matrosen (1. Teil). William G. Hartley 23 

Mirian. Layne T. Derrick 30 

Die Busfahrt. Orvid Zollinger 33 

Die Morgendämmerung. Loren C. Dünn 36 

FÜR KINDER 

Der Schirmemann. Frances Altman 1 

Der Erdkeller. Iris Syndergaard 3 

Joseph F. Smith. Howard Boughner 7 

Kennst du dich im Buch Mormon aus? 8 



J ahresabonnement : 

DM 21,60 durch Einzugsverfahren (bei Bestellung durch Zweige oder Gemeinden). 

Bei Direktbestellung an Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, 

Stadtsparkasse Frankfurt 88666, BLZ 50050102. 

sFr. 22,80 an Citibank, Genf, Konto-Nr. 0/312750/007 Kirche Jesu Christi der Heiligen 

der Letzten Tage in der Schweiz. 

ÖS 144- an Erste Österreichische Spar-Casse, Wien, Konto-Nr. 000-81 388, 

Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. 

USA und Kanada (nicht mit Luftpost): $ 10.00. 

© 1981 by the Corporation of the President of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints. 

All rights reserved. 

Verlag Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Porthstraßc 5-7, 
D-6000 Frankfurt am Main 50. 



Printed in the Föderal Republic of Germany 



PBMA0631 GE 



Botschaft von der Ersten Präsidentschaft 

DIE GRUNDSÄTZE 

DER ZEITLICHEN 

ERRETTUNG 



Präsident Marion G. Romney 

Zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft 



Wir befinden uns heute in vielerlei 
Hinsicht in einer ernsten wirt- 
schaftlichen und sozialen Lage. Für uns 
als Kirche ist es jedoch nichts Neues, daß 
wir uns Wirtschaftskrisen, ja Entbeh- 
rungen gegenübersehen. Die Heiligen 
haben in ihrer Geschichte mehr als 
einmal vor solchen Prüfungen gestan- 
den. Als Folge davon hält der Herr den 
von ihm erwählten Führern seit den 
ersten Tagen der Kirche bestimmte 
Grundsätze vor Augen. Wir fühlen uns 
heute gedrängt, diese Grundprinzipien 
der zeitlichen Errettung erneut zu unter- 
streichen. 

Zu Beginn dieses Jahrhunderts hat Jo- 
seph F. Smith erklärt, wie wichtig die 
zeitliche Errettung ist und wie sie sich 
zur geistigen Errettung verhält: 
„Wir müssen uns ständig vor Augen 
halten, daß das Zeitliche mit dem Geisti- 
gen verschmolzen ist; keines ist vom 
anderen getrennt. Solange wir hier im 
sterblichen Zustand weilen, läßt sich 
das eine nicht ohne das andere weiter- 
führen . . . 
Die Heiligen der Letzten Tage glauben 



nicht nur an das Evangelium der geisti- 
gen Erlösung, sondern auch an das 
Evangelium der zeitlichen Erlösung. 
Wir müssen uns um das Vieh kümmern, 
die Gärten und Farmen versorgen . . . 
und vieles andere tun, was für unseren 
Lebensunterhalt und den unserer Fami- 
lie auf Erden notwendig ist . . . Wir sind 
der Meinung, daß die Leute nur dann 
wirklich gute und gläubige Christen sein 
können, wenn sie auch als Menschen gut 
und gläubig, ehrlich und fleißig sind. 
Darum predigen wir das Evangelium des 
Fleißes, das Evangelium der Sparsam- 
keit, das Evangelium der Besonnenheit." 
(Evangeliumslehre , 1970, S. 234, 235.) 
Für die zeitliche Errettung bestehen zwei 
ganz grundlegende Prinzipien: daß man 
auf eigenen Füßen steht und daß man 
sich auf die eigene Familie stützt. Der 
erste Grundsatz, nämlich auf eigenen 
Füßen zu stehen, erwächst aus einer der 
Grundlehren der Kirche: der Entschei- 
dungsfreiheit. Der Begriff Entschei- 
dungsfreiheit gründet sich darauf, daß 
das eigentliche Wesen des Menschen 
Geistmaterie und als solche „unabhän- 



1 




Marion G. Romney 



gig ist in dem Bereich, worein Gott sie 
gestellt hat, und selbständig handeln 
kann . . . Siehe, hier ist die Entschei- 
dungsfreiheit des Menschen." (Siehe 
LuB 93:29-38.) 

Aufgrund dieser ewig bestehenden Ge- 
gebenheit hat Elohim, als er den Men- 
schen erschaffen und auf diese Erde 
gestellt hat, ihm Entscheidungsfreiheit 
gegeben, damit er selbständig handeln 
könne. Zwar gilt diese Entscheidungs- 
freiheit für alle Lebensbereiche, doch 
geht der Herr speziell und ausführlich 
auf die zeitlichen Angelegenheiten ein: 
„Denn es ist ratsam, daß ich, der Herr, 
einen jeden rechenschaftspflichtig ma- 
che, nämlich als Treuhänder über die 
irdischen Segnungen, die ich geschaffen 
und für meine Geschöpfe bereitet habe. 
Denn die Erde ist voll, und es ist genug 
vorhanden, ja, daß noch übrigbleibt; ja, 
ich habe alles bereitet, und ich gewähre 
den Menschenkindern, daß sie selbstän- 
dig handeln." (LuB 104:13, 17.) 
Wir verstehen also, daß alles vorhanden 
ist, damit der Mensch, sofern er es 
wünscht, seine Errettung - zeitlich und 
geistig - bewirken und alles erlangen 
kann, was für diesen seinen zweiten 
Stand verheißen ist. Dieses „auf eigenen 
Füßen stehen", wovon wir in der Kirche 



sprechen, beruht also auf ewiggültigen 
Grundsätzen und hängt mit der Intelli- 
genz und der Entscheidungsfreiheit zu- 
sammen. Folglich ist die Selbständig- 
keit, wie sie von den Propheten gelehrt 
wird, ein ganz wesentlicher Grundsatz 
im Evangeliumsplan. 
Auf eigenen Füßen stehen bedeutet, daß 
man seine Fähigkeiten entwickelt und 
sie sodann gebraucht, um für die eigenen 
Bedürfnisse zu sorgen. Es bedeutet, daß 
man diese Fähigkeiten durch Selbst- 
zucht erwirbt und sie sodann durch 
Selbstüberwindung und aus Nächsten- 
liebe zum eigenen Segen und zum Segen 
seiner Mitmenschen gebraucht. Der 
Herr erwartet dies in diesem Leben von 
allen seinen Kindern, die geistig und 
körperlich gesund sind. Dies geht aus 
den vielen Schriftstellen hervor, deren 
Kerngedanke die Arbeit betrifft - die 
eigene ernsthafte, lebenserhaltende Ar- 
beit. 

Am Anfang hat der Herr zum Beispiel 
die Regel aufgestellt, daß die Arbeit das 
Mittel sein soll, wodurch der Mensch 
seinen Unterhalt erlangen soll, denn er 
hat zu Adam gesagt: „Im Schweiße 
deines Angesichts sollst du dein Brot 
essen, bis du zurückkehrst zum Acker- 
boden." (Gen 3:19.) 
Dieser Leitsatz ist für Israel erneuert 
worden: 

„Sechs Tage darfst du schaffen und jede 
Arbeit tun." (Ex 20:9.) 
In dieser, der letzten Evangeliumszeit, 
hat der Herr erneut deutlich über dieses 
Thema gesprochen: „Du sollst nicht 
müßig sein, denn wer müßig ist, soll 
weder das Brot des Arbeiters essen noch 
dessen Gewand tragen." (LuB 42:42.) 
„Der Müßiggänger soll keinen Platz in 
der Kirche haben, außer er kehre um 
und bessere sich." (LuB 75:29.) 



Laut diesen Schriftstellen sollte kein 
Mitglied den Wunsch hegen oder da- 
nach trachten, die Verantwortung für 
den eigenen Unterhalt auf irgendwelche 
Mitmenschen abzuwälzen. Vielmehr soll 
jeder durch Arbeit nach innerer Befrie- 
digung über die eigene Leistung streben. 
So erwirbt er einen Anspruch auf die 
Früchte seiner Arbeit - zeitlich und 
geistig. Dazu, daß wir auf eigenen Füßen 
stehen sollen, gehört nach unserem Ver- 
ständnis mindestens ein weiterer Ge- 
danke, nämlich die persönliche Verant- 
wortlichkeit. In bezug auf Geistiges hat 
Abinadi gesagt, daß alle „vor das Ge- 
richt Gottes gebracht werden, um von 
ihm gemäß ihren Werken gerichtet zu 
werden, seien sie gut oder seien sie 
böse". (Mos 16:10.) 
Jeder ist persönlich für seine Entschei- 
dungen und sein Tun in geistigen Belan- 
gen verantwortlich, und ebenso ist er es 
in zeitlichen Belangen. Wenn wir spar- 



„Für die zeitliche Errettung 

bestehen zwei ganz 

grundlegende Prinzipien: daß 

man auf eigenen Füßen steht 

. . . und daß man sich auf 

die eigene Familie stützt." 



sam sind und für Notzeiten sparen, 
werden wir finanzielle Schwierigkeiten 
leichter meistern. Wenn wir aber über 
unsere Verhältnisse leben, müssen wir 
die Folgen dafür tragen, wenn uns die 
Rechnung präsentiert wird. Wenn wir in 



unserem Beruf mit der Entwicklung 
Schritt halten, können wir, wenn sich 
Möglichkeiten dazu ergeben, mit einem 
Weiterkommen rechnen. Somit erarbei- 
ten wir uns den Weg durch dieses Leben 
durch eigene Anstrengung und durch 
eigene Entscheidungen. Zwar macht uns 
der Herr auf stille, aber auch auf augen- 
fällige Art groß, doch kann er unsere 
Schritte nur lenken, wenn wir die Füße 
bewegen. Letztlich werden unsere Seg- 
nungen - oder ihr Ausbleiben - von 
unserem eigenen Tun bestimmt. Dies 
ergibt sich unmittelbar aus der Entschei- 
dungsfreiheit und der Verantwortlich- 
keit: Da wir für unser Tun verantwort- 
lich sind, sind wir auch für die Folgen 
daraus verantwortlich. Zwar können wir 
die Auswirkungen unseres Tuns nicht 
immer genau verfolgen, doch unterliegt 
es gleichwohl dem Gesetz der Ernte: 
„Was der Mensch sät, wird er ernten." 
(Gal 6:7.) 

Jetzt möchte ich auf das zweite Grund- 
prinzip der zeitlichen Errettung einge- 
hen, nämlich darauf, daß wir uns auf die 
eigene Familie stützen sollen. 
Daß wir für unsere Familie sorgen und 
uns in bezug auf inneres Wachstum, 
gegenseitige Fürsorge und Hilfe auf die 
Familie stützen sollen, ist in der Kirche 
wesentlich wie der Grundsatz, daß wir 
auf eigenen Füßen stehen sollen. Die 
Familie ist die organisatorische Grund- 
einheit der Kirche. Keine andere Ein- 
richtung kann und darf sie ersetzen. 
Kraft eines heiligen Bündnisses und 
ewiger Priestertumsregierung ist die Fa- 
milie als Einheit für die Ewigkeit einge- 
richtet. Kraft der Verpflichtung, die ein 
Mann mit diesem Bündnis eingeht, ob- 
liegt es ihm, für seine Familie zu sorgen. 
Somit gilt dem Wort des Herrn gemäß: 
„Frauen haben gegen ihren Mann An- 



3 



spruch auf Unterhalt, bis er durch den 
Tod dahingerafft wird . . . 
Alle Kinder haben gegen ihre Eltern 
Anspruch auf Unterhalt, bis sie mündig 
sind." (LuB 83:2, 4.) 
Und von dem Apostel Paulus haben wir 
folgende Aussage: „Wer aber für seine 
Verwandten, besonders für die eigenen 
Hausgenossen, nicht sorgt, der verleug- 
net damit den Glauben und ist schlim- 
mer als ein Ungläubiger." (lTim 5:8.) 
Zunächst obliegt es jedem selbst, für sich 
zu sorgen, bis er aus dem irdischen 
Dasein scheidet; danach fällt der Fami- 
lie dieser Segen und diese großartige 
Möglichkeit zu - die Eltern haben für die 
Kinder, die Kinder für die Eltern zu 
sorgen. Das gleiche Bündnis, das es den 
Eltern zur Pflicht macht, für ihre Kinder 
zu sorgen, macht es den Kindern zur 
Pflicht, für die Eltern zu sorgen, wenn es 
für diese notwendig ist. Das Gebot 
„Ehre deinen Vater und deine Mutter" 
(Ex 20:12) gilt auch für das neuzeitliche 
Israel; es wird von jedem treuen Mitglied 
der Kirche verlangt. 
Aus dem Grundsatz, daß wir uns auf die 
eigene Familie stützen sollen, folgt - und 
wir sollen es einsehen -: Die Hilfsquellen 
der Kirche kann man zur Lösung von 
persönlichen zeitlichen Problemen und 
für persönliche Bedürfnisse erst dann in 
Anspruch nehmen, wenn die Familie alle 
Hilfe gegeben hat, die ihr möglich ist. 
Diese Lehre hat der Herr eingeführt, als 
er gesagt hat: „Und danach haben sie 
Anspruch gegen die Kirche oder, mit 
anderen Worten, gegen das Vorratshaus 
des Herrn, wenn die Eltern nicht die 
Mittel haben, um ihnen [das Nötige] zu 
geben." (LuB 83:5.) 
Dieser Grundsatz gilt ausnahmslos für 
die Familie eines jeden. 
Wollen wir aber Gott in unserem Tun 



und unseren Wünschen ähnlicher wer- 
den und den Geist des Herrn erlangen, 
so erkennen wir, daß diese Grundsätze 
auch für unsere weiteren Verwandten 
gelten - für all die liebevollen Onkel und 
Tanten, Vettern und Kusinen in unserer 
Verwandtschaft, ebenso für die Ge- 
schwister. 

Zwar ist die Verantwortung zur Hilfelei- 
stung gegenüber weiteren Verwandten 
nicht so groß wie gegenüber der engeren 
Familie, doch werden wir unseres Loh- 
nes keineswegs verlustig gehen, wenn 
wir erfassen, was es bedeutet, unsere 
Habe mit den Armen zu teilen, „ein jeder 
gemäß dem, was er hat, nämlich die 
Hungrigen zu speisen, die Nackten zu 
kleiden, die Kranken zu besuchen und 
sich ihrer anzunehmen, geistig ebenso 
wie zeitlich, gemäß ihren Bedürfnissen" 
(Mos 4:26). Können wir ermessen, was 
durch solche Liebe in der Familie im 
Leben derer schließlich erreicht wird, für 
die wir sorgen und beten und denen 
solche Hilfe ein Segen ist? Können wir 
ermessen, was wir letztlich erreichen, 
wenn wir uns unserer Verwandten in 
rechtschaffener und liebevoller Weise 
annehmen, und zwar unabhängig von 
ihrer und unserer gegenwärtigen geisti- 
gen Verfassung? Mehr Menschen wür- 
den sich ändern und mehr Glücklichsein 
entstünde, als wir uns vorstellen können, 
wenn wir rückhaltlos danach streben 
würden, die Verheißung zu verwirkli- 
chen: „Die Liebe hört niemals auf." 
(IKor 13:8.) 

Viele von uns könnten soviel mehr für 
ihre Geschwister und Verwandten tun, 
die in Not sind, wenn sie dahin kommen 
könnten, so zu sehen, wie der Herr sieht. 
„Laßt jedermann seinen Bruder achten 
wie sich selbst! Denn welcher Mann 
unter euch, der zwölf Söhne hat [oder 



Geschwister, Cousins oder Tanten oder 
Verwandte, die geschieden oder vor- 
übergehend arbeitslos sind] und zwi- 
schen ihnen keinen Unterschied kennt 
. . ., würde zu dem einen sagen . . .: 
Kleide dich in alte Lumpen und setze 
dich dorthin!, und könnte dann auf seine 
Söhne blicken und sagen: Ich bin ge- 
recht!? Siehe, ich habe euch dies als 
Gleichnis gegeben, und es ist so, wie ich 
bin. Ich sage euch: Seid eins! Und wenn 
ihr nicht eins seid, dann seid ihr nicht 
mein." (LuB 38:25-27.) 
Vielleicht können wir diese wechselseiti- 
ge Verantwortung wie folgt umreißen: 
Nahe Angehörige sind verpflichtet, ein- 
ander zu helfen; weitere Verwandte 
dürfen einander helfen. Wenn unser 
Verständnis der Christusliebe heran- 



reift, werden wir freudig die Möglichkei- 
ten, Hilfe zu leisten, nutzen. 
Mit diesem Einblick in die Grundbegrif- 
fe der zeitlichen Errettung (auf eigenen 
Füßen stehen und sich auf die eigene 
Familie stützen) ist es angebracht zu 
prüfen, in welchem Verhältnis sie zum 
Wohlfahrtsplan der Kirche und zu der 
Weisung stehen, persönlich und als Fa- 
milie Vorsorge zu treffen. 
Daß die persönliche und die Familien- 
vorsorge notwendig ist, ist völlig klar. 
Weniger klar ist vielleicht, in welchem 
Umfang wir von jedem persönlich und 
von der Familie Selbständigkeit erwar- 
ten. 

Wollen wir gegen die Schwierigkeiten 
unserer Zeit bestehen, so muß jeder von 
uns als erstes die Weisungen, die wir 



Abonnement für den Stern 

Bisher ist ein Stern-Abonnement immer zum Ende des Kalenderjahres ausgelaufen. Um sein 
Abonnement beim Gemeinde-Verlagsbeauftragten zu erneuern, mußte man das neue 
Abonnement beim Gemeinde- Verlagsbeauftragten bestellen und bezahlen. Der 
Verlagsbeauftragte hat dann die Bestellungen und das Geld an den Verlag weitergeleitet. 
Dieses Verfahren ändert sich ab sofort: Ein Abonnement, das nicht bis zum 1. Dezember 
beim Verlag gekündigt worden ist, wird automatisch für die nächsten 12 Monate verlängert. 
Anfang Oktober erhalten alle Gemeinden und Zweige eine computererstellte Liste mit allen 
laufenden Abonnements. Der Gemeinde- Verlagsbeauftragte stellt dann fest, welche 
Abonnements gekündigt werden, und leitet die Angaben bis Ende November an den Verlag 
weiter. 

Im Januar oder Februar stellt der Verlag den Einheiten für die weiterbestehenden 
Abonnements eine Rechnung aus. In den Ländern, in denen für die regelmäßigen Bestellungen 
das Lastschriftverfahren verwendet wird, wird der Rechnungsbetrag automatisch vom Konto 
der Einheit abgebucht. 

Wir erwarten, daß sich dieses Verfahren sowohl für den Abonnenten und seine Einheit als 
auch für den Verlag als vorteilhaft erweist. Bei einer Abonnementverlängerung werden dem 
Computer keine falschen Angaben mehr eingegeben. Der Verlagsbeauftragte hat mehr Zeit, 
das Geld einzusammeln (von Oktober bis Januar). Das neue Verfahren wird es 
wahrscheinlich allen Beteiligten leichter machen, und es wird weniger Fehlerquellen geben. 
Geschenkabonnements erscheinen in der Liste der Gemeinde (des Zweigs), die (der) dafür 
bezahlt. Der Verlagsbeauftragte fragt dann denjenigen, der das Abonnement bezahlt hat, ob 
es verlängert werden soll. 



empfangen haben, getreu befolgen. Dies 
bedeutet: zuerst jeder persönlich, dann 
die Familie. Erst wenn wir feststellen, 
daß die Hilfsquellen auf diesen beiden 
Ebenen nicht ausreichen, wenden wir 
uns über unseren Bischof an die Kirche. 
Die Unterstützung durch den Bischof 
erfolgt nach klaren Richtlinien. Wir 
unterweisen die Bischöfe dahingehend: 
der Grundsatz, daß jeder auf eigenen 
Füßen stehen und daß wir uns auf die 
eigene Familie stützen sollen, ist ein 
fester Bestandteil der Wohlfahrtsdienste 
der Kirche. Wenn der Bischof also 
überlegt, wie er einer Familie seiner 
Gemeinde zur Selbsthilfe verhelfen 
kann, tut er es im Hinblick darauf, die 
persönliche und die Familienvorsorge 
zu lehren. 

Was darf ein Bischof von jemandem 
erwarten, ehe sich dieser um Hilfe an ihn 
wendet? In der ersten Zeit des Wohl- 
fahrtsprogramms hat J. Reuben Clark 
jun. allen, die körperlich und geistig 
gesund sind - allen, von denen erwartet 
wird, daß sie auf eigenen Füßen stehen - 
folgende Weisung erteilt: 
„Leben Sie nicht über Ihre Verhältnisse. 
Machen Sie sich von Schulden frei. 
Machen Sie keine neuen Schulden. Spa- 
ren Sie etwas für schwierige Zeiten, denn 
die hat es immer gegeben, und es wird sie 
wieder geben. Praktizieren Sie Sparsam- 
keit und Fleiß, und zwar mehr noch als 
bisher." (GK, Okt 1937.) 
Jeder Haushaltsvorstand sorge dafür, 
daß er für mindestens ein Jahr genug 
Nahrung, Kleidung und möglichst auch 
Brennstoff bereithält . . . Jeder soll einen 
Garten haben und ihn bestellen; jeder, 
der eine Farm besitzt, soll sie bewirt- 
schaften." (GK, Apr 1937.) 
Was bedeutet es also, Vorsorge zu 
treffen? Vor ein paar Jahren hat mir 



jemand eine sehr wichtige Frage gestellt: 
„Was ist das Wichtigste von allem, was 
man im Jahresvorrat lagern soll?" Mei- 
ne Antwort war ernst gemeint: „Die 
eigene Rechtschaffenheit." Es ist wich- 
tig, daß wir, wie wir angewiesen worden 
sind, einen Jahresvorrat an Lebensmit- 
teln und Kleidung und möglichst auch 
an Brennstoff haben. Wir sind auch 
angewiesen, Bargeldreserven für Notfäl- 
le zu haben und eine ausreichende 
Kranken- und Lebensversicherung und 
eine ausreichende Versicherung für un- 
ser Haus zu haben. Die persönliche und 
die Familienvorsorge umfaßt indessen 
viel mehr als diese Werte. Man muß 
auch die richtige Einstellung haben und 
bereit sein, auf Luxus zu verzichten; 
man muß über größere Anschaffungen 
mit viel Beten nachdenken und lernen, 
im Rahmen seiner finanziellen Mittel zu 
leben. 

Erhebungen zeigen leider, daß sich viele 
von uns nicht daran halten. Offenbar 
glauben sie, die Kirche könne und werde 
für sie sorgen. Die bedeutendste Hilfs- 
quelle, über die ein Bischof verfügt, ist 
jedoch die Stärke des einzelnen und der 
Familie innerhalb seiner Gemeinde. Die 
Mitglieder müssen wissen, daß der Bi- 
schof an bestimmte Richtlinien gebun- 
den ist. Er soll die Mitglieder lehren, 
Umsicht walten zu lassen und zuerst die 
eigenen Hilfsquellen und die ihrer Fami- 
lie heranzuziehen. Erst dann kann der 
Bischof die Hilfsquellen der Kirche 
heranziehen, denn ihm hat der Herr die 
Aufgabe übertragen, festzustellen, wie 
die Kirche den Mitgliedern seiner Ge- 
meinde helfen kann. 
Zu diesen Hilfsquellen gehört mehr als 
Lebensmittel und andere Waren und 
mehr als Fastopfergelder. Dem Bischof 
stehen noch viele andere Hilfsquellen 



zur Verfügung. Einige davon sättigen 
mehr als Lebensmittel, geben mehr Wär- 
me als Kleidung und Brennstoff und 
sind dauerhafter als Geld. Ich meine die 
wesentlichen Punkte des Evangeliums, 



Die bedeutendste Hilfsquelle, 

über die ein Bischof verfügt, 

ist die Stärke des einzelnen 

und der Familie innerhalb 

seiner Gemeinde. 



die uns helfen können, unsere geistigen 
und unsere zeitlichen Probleme zu lösen. 
Um auf die Art und Weise des Herrn 
Hilfe zu leisten, soll der Bischof zualler- 
erst die Heiligen stark machen, indem er 
sie die richtigen Grundsätze lehrt. Wenn 
sie diese anwenden, können sie viele 
ihrer Bedürfnisse und Wünsche erfüllen. 
Auch kann er mithelfen, in den Kolle- 
gien des Melchisedekischen Priester- 
tums Männer zu finden, die bei langfri- 
stigen Problemen zusätzlichen Rat und 
zusätzliche Hilfe geben können. 
Eine der obersten Aufgaben des Bi- 
schofs besteht somit darin, daß er lehrt, 
wie wichtig es ist, daß wir auf eigenen 
Füßen stehen und uns auf die eigene 
Familie stützen; fürwahr, als vom Herrn 
eingesetzter Seelenhirt soll er jeden 
Grundsatz des Evangeliums und dessen 
Macht lehren, zu erheben und Kraft zu 
spenden, Halt und Erneuerung zu ge- 
währen, rein zu machen und zu heiligen, 
jedes Bedürfnis und jeden rechtschaffe- 
nen Wunsch zu erfüllen. Denen, die um 



Hilfe bitten, soll er helfen, ihre Lage zu 
beurteilen und ihre Ziele, ihre Pläne und 
ihre Lösung zu ihren Problemen zu 
bestimmen - den von ihnen gewählten 
Kurs sicher zu steuern. Der Bischof ist 
nicht dazu da, daß er dies für uns tut. 
Seine Hauptaufgabe ist es, Rat zu geben 
und unser Vertrauter zu sein. Er hilft 
uns, mit dringenden Bedürfnissen des 
Augenblicks fertig zu werden, doch 
richten sich die Art der Maßnahme und 
der Umfang der Unterstützung nach 
dem, was wir und unsere nächsten 
Angehörigen selbst zur Lösung des Pro- 
blems getan haben. Da der einzelne und 
die Familie danach streben, das augen- 
blickliche Problem zu lösen, werden die 
Hilfsquellen der Kirche normalerweise 
nur zur vorübergehenden Unterstüt- 
zung herangezogen. 

Wir dürfen nicht bloß daran denken, 
daß die Bedürftigen unter uns Hilfe 
brauchen, sondern auch - das ist wichtig 
-, daß wir alle das Wohlfahrtsprogramm 
brauchen. Ein wesentlicher Grund dafür 
ist der: Der himmlische Vater versucht, 
uns viele wichtige ewige Grundsätze zu 
lehren, und der fundamentalste davon 
ist die Liebe, und zwar die Nächstenlie- 
be. Es ist nicht abzuschätzen, wie sehr 
der Mensch geistig wächst, wenn er sich 
selbst losläßt und sich um seine Mitmen- 
schen kümmert. Dies ist die Hauptarbeit 
unseres Vaters im Himmel - freudig für 
das geistige Wachstum und den Fort- 
schritt anderer zu arbeiten. Wie könnten 
wir dann glauben, wir würden alles 
empfangen, was er hat, es sei denn, wir 
machen uns seine Beweggründe der 
Liebe völlig zu eigen und werden da- 
durch seine Söhne und Töchter? 

Ich habe versucht, bestimmte Grund- 
prinzipien zu bekräftigen: 



1. Auf eigenen Füßen stehen ist ein 
ewiger und entscheidener Grund- 
satz der zeitlichen Errettung. 

2. Sich auf die eigene Familie stützen 
ist ebenfalls ein für die zeitliche 
Errettung entscheidender Grund- 
satz und zugleich die Lösung für 
viele zeitliche Probleme. 

3. Einige Mitglieder müssen über ihre 
Prioritäten noch einmal nachden- 
ken und sie in einigen Fällen neu 
definieren. 

Auch müssen sie auf Luxus ver- 
zichten und besser für all das sor- 
gen, was sie brauchen. 

4. Die Mitglieder müssen die Aufgabe 
des Bischofs beim Wohlfahrtsplan 
verstehen: Er hält sich an bestimm- 
te Richtlinien und lenkt die Hilfs- 
maßnahmen der Kirche gemäß 
diesen Richtlinien mit göttlicher 
Inspiration. 



Ich wollte hiermit auch alle Heiligen der 
Letzten Tage auffordern, zu prüfen, 
inwieweit sie persönlich und als Familie 
vorgesorgt haben, und unverzüglich die 
Grundsätze und Maßnahmen anzuwen- 
den und durchzuführen, wodurch sie 
sich selbständig machen. Wenn wir in 
unserem Familienrat über diese Grund- 
sätze sprechen und uns vornehmen, alles 
zu tun, was wir können, und diesen 
Grundsätzen gemäß zu leben, werden 
wir uns alle der Verheißung des Herrn 
freuen: ,,Wenn ihr bereit seid, werdet ihr 
euch nicht fürchten." (LuB 38:30.) 
Und was noch wichtiger ist: Wenn wir 
vorausschauend und rechtschaffen le- 
ben, machen wir uns für eine noch 
größere Verheißung würdig: „Und wer 
als glaubenstreuer, gerechter und weiser 
Treuhänder befunden wird, der wird in 



die Freude seines Herrn eingehen und 
ewiges Leben ererben." (LuB 51:19.) D 



Für die Heimlehrer 

i Sprechen Sie darüber, wie wichtig 
es Ihnen ist, zu arbeiten und für 
sich und Ihre Familie zu sorgen. 
Oder erzählen Sie ein persönliches 
Erlebnis dazu, wie man gesegnet 
wird, wenn man Vorsorge trifft. 
Bitten Sie jeden in der Familie, zu 
erklären, was er davon hält, daß 
wir auf eigenen Füßen stehen und 
uns auf die eigene Familie stützen 
sollen. 

2 Besprechen Sie, wie sich die Fami- 
lie besser auf mögliche finanzielle 
oder wirtschaftliche Schwierigkei- 
ten einstellen könnte. 

3^ Warum ist es notwendig, daß die 
Mitglieder der Kirche, wie Präsi- 
dent Romney empfohlen hat, für 
Notfälle Vorsorge treffen? 

4 # Gibt es in diesem Artikel Zitate 
oder Schriftstellen, die die Familie 
vorlesen könnte, oder gibt es zu- 
sätzliche Schriftstellen, die Sie mit 
der Familie lesen möchten? 

^ Würde dieses Gespräch besser ver- 
laufen, wenn Sie vor dem Besuch 
mit dem Familienoberhaupt spre- 
chen würden? Gibt es von den 
Kollegiumsführern oder vom Bi- 
schof eine Botschaft für das Fami- 
lienoberhaupt über die persönliche 
und die Familienvorsorge? 



8 



DER BESTE 

EHEPARTNER SEIN, DER 

WIR SEIN KÖNNEN 



Val R. Christensen 



Vor ein paar Monaten kam ich mit 
einigen Freunden zu einem lange 
erwarteten Treffen zusammen. Wir hat- 
ten uns seit vielen Jahren nicht mehr 
gesehen. Viele hatten sich in ihrer Er- 
scheinung stark verändert: einige hatten 
ihr Haar verloren, andere waren dicker, 
wieder andere sogar dünner geworden. 
Interessant waren auch die offenkun- 
digen Veränderungen im seelischen und 
geistigen Bereich. 

Über eine der Frauen war ich besonders 
erstaunt. In der Schule war sie sehr 
schüchtern und bei den Jungen nicht 
besonders beliebt gewesen. Jetzt wirkte 
sie sichtlich attraktiv und strahlte Begei- 
sterung aus. Ihre geistige und seelische 
Entwicklung war gleichermaßen deut- 
lich zu erkennen. Während des ganzen 
Abends beobachtete ich, wie diese Frau 
und ihr Mann miteinander umgingen, 
und schon bald wurde deutlich, warum 
sie einen so friedlichen und schönen 
Gesichtsausdruck hatte. Sie war mit 
einem Partner gesegnet worden, der 
positiv dachte und ihr zur Seite stand, 
und beide hatten sich im Laufe der Jahre 
zu sehr reifen und glücklichen Menschen 
entwickelt. 

Aufgrund genauer Beobachtungen bin 
ich zu der Ansicht gelangt, daß die 
Entwicklung eines Menschen nach der 



Eheschließung sehr von der positiven 
oder negativen Einstellung des Partners 
abhängt. Was man von seiner Frau 
beziehungsweise seinem Mann denkt, 
hat in der Tat einen wesentlichen Ein- 
fluß darauf, was aus ihr beziehungsweise 
ihm wird. Der Partner kann ein Sklave 
und Griesgram, aber auch ein produkti- 
ver und bezaubernder Mensch werden. 
Beide Teile entwickeln sich der Art und 
Weise entsprechend, in der sie einander 
behandeln. 

Eine positive Haltung einnehmen 

Vor einigen Jahren beklagte sich eine 
Frau bei mir über ihren mürrischen 
Mann. Ich bat sie, sein Verhalten ein 
wenig zu beschreiben. Sie sagte, er sei 
meistens sehr negativ eingestellt. Wenn 
er abends nach Hause komme, beklage 
er sich über die Unordnung im Haus. 
Manchmal sei das Essen nicht rechtzei- 
tig fertig, und dann kritisiere er sie. Auch 
sei sie nicht so attraktiv und biete ihrem 
Mann nicht in dem Maß geistigen An- 
reiz, wie er es wünsche. Auch den 
Kindern gegenüber sei er mürrisch und 
kritisiere sie heftig. 

Darauf bat ich die Frau, ihr Verhalten 
gegenüber ihrem Mann zu beschreiben. 
Sie gab zu, daß das meiste, was sie tat, 
darauf abzielte, ihn zu verletzen. Ziem- 



lieh oft verspäte sie sich absichtlich mit 
der Mahlzeit, nur um ihn zu ärgern. Und 
je mehr er sie dränge, sich mehr um ihr 
Aussehen zu kümmern, desto weniger 
Interesse habe sie daran, sich attraktiver 
herzurichten. Oft herrsche zu Hause 
einfach deshalb Unordnung, weil sie 
keine Lust habe sauberzumachen. Insge- 
samt tat sie wenig, um ihren Mann zu 
erfreuen oder zu loben. 
Ich fand, daß es in dieser Ehe im Grunde 
noch genug Liebe gab, um sie wieder zu 
„kitten" - vorausgesetzt, beide gäben 
sich große Mühe, positive Gefühle für- 
einander zu entwickeln. Ich schlug ihr 
vor, sie solle nach Hause gehen, ihr 
Aussehen ändern und saubermachen, 
ein gutes Buch lesen und versuchen, 
interessanter und attraktiver zu wirken. 
Sie bekam den Rat, ihrem Mann jeden 
Abend mit einem Lächeln und einer 
positiven Einstellung gegenüberzutre- 
ten. 

Diese drastische Kehrtwendung wirkte 
auf den Mann wie ein Schock. Anfangs 
war er sehr argwöhnisch. Sicher stimmte 
da etwas nicht, oder sie war nur nett, 
weil sie etwas anderes beabsichtigte. Als 
sie sich aber weiterhin positiv verhielt, 
begann er sich der besonderen Aufmerk- 
samkeit, die sie ihm zuwendete, zu 
erfreuen, und er freute sich über ihre 
positiven Äußerungen. Er verbrachte 
mehr Zeit zu Hause und entwickelte ein 
besseres Verhältnis zu den Kindern. 
Bald war die Ehe wieder in Ordnung und 
wohltuend für die Partner. 

Das Negative außer acht lassen 

Im Leben eines Menschen kann sich viel 
Wunderbares ereignen, wenn er sich nur 
in seiner Einstellung vom Negativen 
zum Positiven zu wenden vermag. Die 
meisten vernachlässigen ihren Partner 



und seine seelischen Bedürfnisse nicht 
vorsätzlich, sondern nehmen seine bes- 
seren Eigenschaften Woche für Woche 
als selbstverständlich hin, ohne ihm je in 
besonderer Weise Zuneigung zum Aus- 
druck zu bringen oder ihn in positiver 
Form in dem Guten zu bestätigen, was 
er für uns tut. Einmal bin ich mit einem 
Ehepaar zusammengekommen, das ein 
Bischof an mich verwiesen hatte. Als die 
beiden anfingen, sich gegenseitig mit 
Vorwürfen zu überhäufen, versuchte ich 
das Gespräch auf die positiven Aspekte 
ihrer Beziehung zu lenken - auf die 
Eigenschaften, die sie ursprünglich an- 
einander bewundert hatten, auf die 
Freude, die sie zusammen empfunden 
hatten, auf die gemeinsamen Ziele, die 
sie sich vor vielen Jahren gesetzt hatten. 

Sie fingen an, über ihre Familie, ihre 
Freunde und über andere Menschen zu 
sprechen, die in ihrem Leben wichtig 
waren. Es war offenkundig, daß sie an 
diesem Aspekt ihrer Beziehung wirklich 
Freude hatten. Dies führte dazu, daß sie 
nachprüften, ob sie ihr Ziel in bezug auf 
finanzielle Sicherheit erreicht hatten. Sie 
hatten darin Erfolg gehabt. Während 
wir weiterredeten, wurden die Gegensät- 
ze allmählich abgebaut. Nach einigen 
weiteren Zusammenkünften erklärte 
sich das Ehepaar bereit, ihrer Ehe noch 
einmal eine Chance zu geben. 

Äußerungen über den Partner 

Viele Ehen entwickeln sich nicht so gut, 
weil man dem Partner Negatives über 
ihn sagt. Äußerungen über den Partner 
schaden der Beziehung oft, weil man sie 
nicht mit der rechten Gesinnung macht. 

Oft wählt man auch einen Zeitpunkt, wo 
sie dem anderen ungelegen kommen, sie 
gar nicht gebraucht werden oder nicht 



10 



genug gesagt wird, um sich verständlich 
zu machen. Negative Äußerungen ha- 
ben in der Ehe nur dann einen Wert, 
wenn der andere darum bittet: Vielleicht 
möchte der Partner wissen, was er als 
Vater oder Mutter, als Ernährer der 
Familie oder als Priestertumsführer lei- 
stet. Solche Aussagen soll man aber erst 
machen, nachdem man darum gebeten 
worden ist. 



Fragen stellen, ehe man Kritik übt 

In einer Ehe ist es wichtig, daß man 
Informationen erhält, mit deren Hilfe 
man ein besserer Partner werden kann. 
Es kann aber wirklich entmutigend sein, 
immer nur Negatives zu hören. Deswe- 
gen achte ich darauf, daß ich nur selten 
Kritik übe, und auch dann erst, nach- 
dem ich mir folgende Fragen gestellt 
habe. 







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11 



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1 . Ist mein Partner in diesem Augen- 
blick in der richtigen Verfassung für 
meine Kritik? Manchmal wählen wir 
keinen sehr guten Zeitpunkt für unsere 
Kritik. Wir üben sie zu einem Zeitpunkt, 
in dem wir verärgert oder müde sind. Ein 
Partner ist vielleicht spät von der Arbeit 
nach Hause gekommen, so daß der 
Zeitplan für den Abend durcheinander- 
gerät. Manche Eltern bleiben bis spät 
auf, um auf ihren Sohn oder ihre 
Tochter zu warten, und danach verbrin- 
gen sie noch Zeit damit, daß sie ihrer 
Verstimmung Luft machen. Es ist viel 
besser, einzugestehen, wie froh man ist, 
daß das Kind wieder zu Hause ist, und 
dann mit dem Gespräch über dieses 
Problem bis zu einem geeigneteren Zeit- 
punkt zu warten. Bis dahin wird sich der 
Ärger gelegt haben. 

2. Bin ich, nachdem ich Kritik geübt 
habe, bereit, mir die nötige Zeit zu 
nehmen und mit meinem Partner über die 
Kritik zu sprechen? Wenn die Partner 
danach nicht darüber reden können, 
wird versteckt Kritik geübt. Ein Mann 
hat erzählt, wie gekränkt er war, als 
seine Frau gerade in dem Augenblick, in 
dem er zu einer Geschäftsreise aufbrach, 
etwas Negatives sagte. Die Zeit reichte 
nicht mehr, darüber zu sprechen. Er ging 
niedergeschlagen und entmutigt fort, 
und dies wirkte sich nachteilig auf die 
Reise aus. 

3. Wie oft hat mein Partner diese 
Kritik schon gehört? Wenn man den 
Partner bittet, in der Garage oder in der 
Küche sauberzumachen, seine Kleider 
wegzuräumen oder mehr auf die Kinder 
einzugehen, und sich nichts ändert, soll- 
te man eine andere Methode ins Auge 
fassen. Oft werden wir taub für ständige 
Kritik und ständiges Nörgeln wegen 
derselben Angelegenheit. 



4. Kann mein Partner im Hinblick 
auf diese Kritik etwas ändern? Manchmal 
kritisieren wir jemand, weil er schüch- 



In geeigneten Abständen ist 

es nützlich, über die Frage 

zu sprechen, wie Sie ein 

besserer Ehemann und Vater 

beziehungsweise eine bessere 

Ehefrau und Mutter sein 

können. 



tern, dick oder dünn, rücksichtslos oder 
gefühllos ist. Oft ist es schwierig oder gar 
unmöglich, derlei zu überwinden. Ich 
kenne eine Frau, die sich einen größeren 
Mann wünschte. Für ihren Mann war 
dies wirklich niederdrückend, denn er 
konnte nun einmal nicht wachsen. Gele- 
gentlich übt man an einer Verhaltens- 
weise oder einer Einstellung Kritik, die 
sehr schwer zu ändern ist. Zwar sollen 
wir uns alle bemühen, so vollkommen 
wie möglich zu werden, doch sollen die 
Partner abschätzen können, was man in 
einem angemessenen Zeitraum norma- 
lerweise erreichen kann. 

5. Ist meine negative Kritik nur 
gefühlsmäßiger Ausdruck seelischer Be- 
dürfnisse oder Ängste oder davon, daß ich 
gekränkt bin? Man bemerkt es leicht, 
wenn man die Beherrschung verloren 
hat und nur noch seinen Gefühlen Luft 
macht. Wenn wir bei einem Gespräch 
mit dem Partner die Beherrschung der- 
art verlieren, daß unser Herz schneller 



12 



schlägt und wir die Gefühle bei dem, was 
wir sagen, nicht mehr in der Gewalt 
haben, können wir sicher sein, daß das 
Gespräch nur zu Streit führen wird. 

6. Braucht mein Partner gerade jetzt 
wirklich eine negative Äußerung? Wäre es 
nicht besser, ihn, den wir lieben, gerade 
jetzt liebevoll und rücksichtsvoll zu be- 
handeln und positive Gedanken zum Aus- 
druck zu bringen und ihm so Ansporn zu 
geben? Die meisten Menschen sind sich 
ihrer Fehler bewußt und wollen sich 
durchaus bessern. In einer Atmosphäre 
der Liebe - wo man den anderen aner- 
kennt und unterstützt - können sie 
darauf hinarbeiten. Erinnert man sie 
aber ständig an ihre negativen Züge, 
ohne sie je in ihrem guten Verhalten zu 
bestärken, so wird es ihnen fast unmög- 
lich, sich zu ändern. 

Die schwachen Seiten 
weniger werden lassen 

Wir haben alle unsere schwachen Seiten 
- Bereiche, wo wir sichtlich versagen, 
ohne es zu merken. In der Ehe ist es 
wichtig, daß wir eine Atmosphäre schaf- 
fen, in der unser Partner uns auf diese 
Schwächen aufmerksam machen kann. 
Aus diesem Grund müssen wir viel Liebe 
und Vertrauen entwickeln. Wenn wir 
Kritik üben, müssen wir es mit der 
Absicht tun, dem anderen zu helfen. 
Und vor allem müssen wir sie behutsam 
dosieren, so daß sie auch verkraftet 
werden kann. 

Wenn Sie sowohl positive als auch 
negative Äußerungen über sich selbst 
begrüßen, werden Ihrem Partner solche 
Äußerungen auch leichter fallen, und Sie 
sind eher imstande, sie zu akzeptieren 
und sich so zu ändern, wie Sie dies 
sollten. Bitten Sie Ihren Partner, sich mit 
Ihnen auszusprechen. Geben Sie ihm die 



Möglichkeit, seine Meinung über die 
häuslichen Verhältnisse und darüber zu 
äußern, wie Sie Ihre Rolle als Partner 
spielen. In geeigneten Abständen ist es 
nützlich, über die Frage zu sprechen, wie 
Sie ein besserer Ehemann und Vater 
beziehungsweise eine bessere Ehefrau 
und Mutter sein können. Notwendige 
Änderungen stellen sich schneller ein, 
wenn die Kritik der Liebe und Anteil- 
nahme entspringt. 

Schritte zu einer positiven Ehe 

Was können Sie nun im einzelnen tun, 
um auf den positiven Aspekten Ihrer 
Ehe aufzubauen? 

1. Machen Sie eine Bestandsaufnah- 
me. Schreiben Sie alles über Ihren Part- 
ner auf, was Sie wirklich an ihm schätzen 
und was Ihnen wichtig ist. Denken Sie so 
weit Sie können zurück, um die Eigen- 
schaften zutage zu fördern, die Ihnen bei 
der Werbung um Ihren Partner wichtig 
waren. 



Im Leben eines Menschen 

kann sich viel Wunderbares 

ereignen, wenn er sich nur in 

seiner Einstellung vom 

Negativen zum Positiven zu 

wenden vermag. 



Als ich einmal ein Ehepaar dazu auffor- 
derte, sagten sie beide voraus, es werde 
unmöglich sein, mehr als zwei oder drei 
positive Gefühle zu nennen. Die Liste 
begann mit ein paar eindeutigen Punk- 



13 



ten wie „gute Köchin" und „Sinn für 
Humor", aber sie wurde schnell länger 
und umfaßte dann auch Eigenschaften, 
die beide zwar an sich hatten, aber oft 
übersehen wurden. Nachdem beide eine 
Zeitlang daran gearbeitet hatten, hatte 
jeder eine lange Liste, worüber sie ehr- 
lich überrascht waren. 

2. Bewundern Sie offen die Fähigkei- 
ten Ihres Partners. Es ist wichtig, daß Sie 
Ihre Kinder, Ihre Freunde und Bekann- 
ten wissen lassen, wie sehr Sie Ihren 
Partner bewundern. Dabei braucht man 
nicht zu prahlen oder eingebildet zu sein. 
Machen Sie die Menschen in Ihrer 
Umgebung einfach auf die positiven 
Eigenschaften oder Verhaltensweisen 
Ihres Partners aufmerksam. Er wird sich 
freuen, wenn er Sie dies alles erwähnen 
hört, und ähnlich handeln. 

3. Achten Sie auf Ihre negativen 
Gefühle. Ein Zornesausbruch, vor ande- 
ren am Partner geübte Kritik oder 
grobes Verhalten daheim kann zuweilen 
eine niederdrückende Atmosphäre er- 
zeugen, die sich weiter ausbreiten und 
ihr Zusammenleben auf Dauer beherr- 
schen kann. Deshalb gilt es, alles zu tun, 
um solche Gefühle zu vermeiden. 

4. Erwecken Sie wieder die Verliebt- 
heit von früher. Zeigen Sie sich Ihrem 
Partner gegenüber so verliebt, wie Sie es 
einst waren. Denken Sie an die schöne 
Zeit, die glücklichen Erinnerungen und 
die langen Gespräche zurück, die einmal 
ein wichtiger Teil Ihrer Ehe waren. 
Suchen Sie nach Möglichkeiten, Ihre 
Liebe und Ihre Anteilnahme zum Aus- 
druck zu bringen. Verlieben Sie sich 
noch einmal ganz von neuem. 

5. Reden Sie ruhig. In den meisten 
Familien, bei denen eine positive Atmo- 
sphäre herrscht, achtet man sich gegen- 
seitig so sehr, daß man keine groben und 



lauten Worte gebraucht. Zorn ist nicht 
etwas Alltägliches, sondern man redet 
aufbauend miteinander und spornt ein- 
ander dadurch in positiver Weise zu 
geistigem Wachstum an. 

6. Bewahren Sie Ihre sittlichen 
Grundsätze. Es ist unerläßlich, daß sich 
die Ehepartner eine hohe Auffassung 
von Ehrlichkeit und Sittlichkeit bewah- 
ren. Liebe und Vertrauen tragen wesent- 
lich zu einer positiven Beziehung bei, 
und Umkehr und Vergebung können ein 
verlorengegangenes sittliches Be- 
wußtsein erneuern. 

7. Erneuern Sie Ihren Glauben. In 
einer Familie, in der allerlei negative 
Gefühle herrschen, fehlt es gewöhnlich 
an lebendigem Glauben. Es ist wichtig, 
daß Mann und Frau zusammen beten 
und in der Schrift forschen. Sie sollen die 
Versammlungen besuchen und in der 
Kirche dienen, damit sich sie und ihre 
Kinder des geistigen Wachstums und 
der Segnungen erfreuen, die sich aus der 
Aktivität im Evangelium ergeben. Wenn 
wir in der Arbeit des Herrn eifrig sind, 
entwickeln wir positive Gefühle und eine 
positive Einstellung. 

In einer Ehe betrachten sich beide Part- 
ner als sehr feinfühlig und als wichtig. 
Wenn diese positiven Gedanken unter- 
stützt werden, können wir uns rascher 
ändern. Als Ehepartner haben wir die 
Wahl, uns entweder über die negativen 
Züge des anderen auszulassen oder ihn 
wohlwollend und aufrichtig in seinen 
positiven Eigenschaften zu bestärken: 
„Ich liebe dich." „Du bist wichtig." 
„Das nächste Mal kannst du es besser." 
„Aus unsern Fehlern können wir ler- 
nen." „Ich möchte dir helfen." 
Eine durch positive Äußerungen wie 
diese gefestigte Ehe wird uns automa- 
tisch immer schön und wertvoll sein. D 



14 



AUS DEM TAGEBUCH 



Bruder Cuencas 
Glaube 

Fred R. Gladden jun. 



Nach einer Zonenkonferenz fuhren 
mein Mitarbeiter und ich durch die 
Stadt zu unserer kleinen Wohnung im 
Zentrum von Fresno in Kalifornien, um 
uns auf unsere Termine am Nachmittag 
vorzubereiten. Es war der 16. Dezember, 
und ich wollte einer an der Kirche 



interessierten Familie bis Weihnachten 
etwas Besonderes schenken: die Taufe. 
Wir knieten auf dem bloßen, kalten 
Fußboden nieder und riefen den Herrn 
um Führung an. 

Am Nachmittag fuhren wir in ein kleines 
mexikanisches Viertel im Osten der 
Stadt, um die Cuencas zu besuchen, eine 
15köpfige Familie, die wir kürzlich ken- 
nengelernt hatten, als wir von Tür zu 
Tür gingen. Die Kinder begrüßten uns 
überschwenglich und zerrten uns am 
Mantel. Wir schüttelten ein halbes Dut- 
zendmal 13 kleine Hände, bevor wir mit 
der Diskussion anfangen konnten. 



In meinem 
Kleinglauben meinte 
ich, sie könnten das 
Gesetz des Zehnten 
unmöglich annehmen. 




15 



Während mein Mitarbeiter in gebroche- 
nem Spanisch mit der Unterweisung 
begann, bemerkte ich, wie bescheiden 
das Zuhause der Cuencas war. Das 
Zimmer stand leer, abgesehen von dem 
Sofa und einigen zerbrochenen Stühlen 
aus der Küche - und 15 gespannt 
lauschenden Zuhörern. Ich fing an, sie 
zu belehren, und wurde durch den Geist 
dazu bewegt, sie zur Taufe aufzufor- 
dern. Sie willigten ein. 
Geistig gesehen waren die Cuencas 
reich, materiell dagegen arm. Bruder 
Cuenca hatte eine Arbeitsstelle, wo er 
2,80 Dollar pro Stunde verdiente. Er 
sagte uns, wenn seine Familie etwas zu 
essen habe, würden sie es aufessen, aber 
gewöhnlich fasteten sie. Trotzdem wur- 
de den Missionaren bei den Cuencas 
immer etwas zu essen angeboten, denn 
für diese waren die Missionare ,, Engel 
vom Himmel' 4 . Ich kam mir nicht sehr 
engelhaft vor, wenn ich die hungrigen 
braunen Augen um die Ecken und durch 
die Türen lugen sah, während ich ihre 
karge Mahlzeit aufaß. Ich wußte, es war 
ein Opfer für sie, uns dieses dürftige 
Mahl zu reichen. 

Ich flehte den Herrn an, er möge die 
Cuencas mit dem Glauben segnen, die 
Gebote so anzunehmen, wie wir sie 
lehrten. In meinem Kleinglauben meinte 
ich, sie könnten das Gesetz des Zehnten 
unmöglich annehmen. Wir lehrten die 
Familie weiter, und zwangsläufig kam 
der Zeitpunkt, wo es das Gesetz des 
Zehnten zu lehren galt. Als mein Mitar- 
beiter die Diskussion begann, bat ich 
still den Herrn um Hilfe. Mein Glaube 
schwankte noch, während wir sie belehr- 
ten. Ohne zu zögern gelobten sie, dies zu 
befolgen - ebenso wie alle übrigen 
Gebote, die wir sie gelehrt hatten. Gelas- 
senheit und Frieden überkamen mich, 



und ich schämte mich, als ich mich an die 
Worte des Erretters erinnerte: „Ihr 
Kleingläubigen!" (Mt 6:30.) 
Die Familie wurde getauft. Zu Weih- 
nachten hatten sie nichts zu verschenken 
außer ihrer Liebe und sich selbst. Mit 
Liedern, Tänzen und Erzählungen 
brachten sie uns ihre Kultur nahe. Wir 
schenkten ihnen Spielsachen und Le- 
bensmittel. Dann sprach Bruder Cuenca 
für uns alle ein Weihnachtsgebet. Später 
an diesem Abend dachte ich darüber 
nach, daß dieses Weihnachten im Ver- 
gleich zu allen anderen bisher das schön- 
ste gewesen war. Die Cuencas hatten 
alles gegeben, was sie hatten: ihre Liebe. 
Bald war es Januar, und meine Mission 
war fast zu Ende. Ich wurde gebeten, für 
die Spanisch sprechenden Mitglieder, 
die in der Fast- und Zeugnisversamm- 
lung sprechen wollten, zu dolmetschen. 
In meinem Hals bildete sich ein Kloß, als 
ich sah, daß Bruder Cuenca nach vorn 
kam, um zu sprechen. 
Groß und Stolz - so stand er am Pult. Er 
begann zu sprechen, und plötzlich fühlte 
ich, wie mir die Tränen die Wangen 
hinabkollerten. Er sagte: „Ich danke 
dem Herrn, daß er mir die Missionare 
geschickt hat. Seit wir getauft worden 
sind und den Zehnten zahlen, haben wir 
immer genug zu essen. Manchmal weiß 
ich nicht einmal, wo es herkommt." 
Meine Mission ist nun vorbei. Aber ich 
werde nie die bescheidene Familie in 
einem unbedeutenden mexikanischen 
Viertel vergessen, wo mich der Herr in 
Glauben, Gehorsam und Segnungen 
unterwiesen hat. D 



Fred R. Gladden studiert an der Brigham- 
Young- Universität und lehrt am Schulungs- 
zentrumfür Missionare in ProvolUtah 
Spanisch. 



16 



„Sag ihr, 
ich habe dich 
gesandt" 

Kathleen Scott 



Ich stand im Flur des Gemeindehauses 
und plauderte nett mit einer neuen 
Schwester, die vor kurzem in unsere 
Gemeinde gezogen war. Als FHV-Leite- 
rin hatte ich die Aufgabe, alle neuen 
Schwestern zu begrüßen und sie unserer 
Liebe zu versichern. Als ich mich wenige 
Augenblicke später abwandte, um mich 
anderen dringenden Angelegenheiten zu 
widmen, hatte ich das unbehagliche 



Gefühl, daß mit dieser Schwester nicht 
alles in Ordnung sei, doch tat ich dies als 
Einbildung ab. 

Zwei Wochen später - ich war gerade bei 
der Hausarbeit - kamen die folgenden 
Worte: „Geh und sprich mit Schwe- 
ster . . ." Ich antwortete, indem ich laut 
sagte: „Was soll ich ihr sagen?" Und es 
kam die Antwort: „Sag ihr, ich habe 
dich gesandt." Ich wußte, diese Worte 
kamen vom Herrn, und ich konnte die 
Eingebungen des Geistes nicht unbeach- 
tet lassen. 

Am nächsten Sonntag suchte ich diese 
Schwester und bat sie um ein Gespräch 
unter vier Augen. Was sollte ich ihr 
sagen? Die Worte des Geistes zu wieder- 
holen erschien mir ziemlich theatralisch, 
und ich fragte mich, ob mir meine Sinne 
nicht einen Streich gespielt hatten. „Ich 



Als sie dann erzählte, warum sie sich unglücklich fühle, wurde mir klar, daß ich gerade die 
Schwester war, die sich in ihre Schwierigkeiten hineinversetzen konnte. 




17 



glaube, etwas ist nicht in Ordnung", 
sagte ich schließlich. „Der Herr hat mich 
zu Ihnen gesandt." Zu meiner Verwun- 
derung stiegen ihr Tränen in die Augen 
und liefen ihr die Wangen hinab - keine 
Tränen des Selbstmitleids, sondern der 
Freude und Dankbarkeit. 
„Seit zwei Monaten frage ich den Herrn, 
mit wem ich über meine Schwierigkeiten 
sprechen soll", erklärte sie. 
Ich konnte ihr direkt in die Augen sehen 
und sagen: „Schwester, ich weiß zwar 
nicht, was Sie für Schwierigkeiten ha- 
ben, aber ich weiß, daß Sie darüber mit 
mir sprechen sollten." 
Als sie dann erzählte, warum sie sich 
unglücklich fühle, wurde mir klar, daß 
ich gerade die Schwester war, die sich in 
ihre Schwierigkeiten hineinversetzen 
konnte. Da ich etwas Ähnliches erlebt 
hatte, konnte ich ihr Mut machen und 
Anteil nehmen. Zwar erkenne ich an, 
daß gewisse vertrauliche Angelegenhei- 
ten selbstverständlich an den Bischof zu 
verweisen sind - er hat die Weisheit und 
die Vollmacht dafür -, doch hat mich 
diese Begebenheit daran erinnert, daß 
man in anderen Angelegenheiten ein- 
fach dadurch Erleichterung verschaffen 
kann, daß man verständnisvoll zuhört. 
Auch bei anderen Gelegenheiten hat 
mich der Geist angewiesen, in ähnlicher 
Weise meine Hilfe anzubieten. Immer 
wenn dies geschieht, bin ich davon 
überrascht, und ich staune über die 
Ergebnisse. Wie soll der Herr aber sonst 
seine Arbeit ausführen, wenn nicht da- 
durch, daß er sich derer bedient, die auf 
ihn hören und gehorchen? 
D 



Kathleen Scott ist Mutter von fünf Kindern. 
Im Pfahl St. Alban in England ist sie Beauf- 
tragte für die Öffentlichkeitsarbeit. 



Für die Heiligen 
Gemeindehäuser 
bauen 



Ronald C. Barker 



Beim Bau eines Gemeindehauses geht 
es um viel mehr als um eine Grund- 
stücksübereignung und das Geschäft 
mit dem Bauunternehmer. Vor ein paar 
Jahren - ich war damals Ratgeber von 
Evans T. Doxey, dem Präsidenten des 
Pfahls Salt Lake Hunter West - hatte ich 
den Auftrag, Bauplätze zu erwerben. 
Wegen des sprunghaften Wachstums in 
diesem Gebiet waren neue Gebäude 
unbedingt notwendig. Wir hatten im 
Pfahl nur zwei Gemeindehäuser, und in 
jedem versammelten sich vier Gemein- 
den. 

Mit intensivem Beten wählten wir einen 
Bauplatz aus, der wünschenswert war, 
konnten ihn aber trotz monatelanger 
Kaufverhandlungen nicht bekommen. 
Bei einem nördlich gelegenen Bauplatz 
ergaben sich Schwierigkeiten mit dem 
Straßenplan. Mit einem südlich gelege- 
nen Bauplatz kamen wir auch nicht 
weiter, weil man wegen eines Gutach- 
tens bei der Kreisbehörde sagte, für den 
Platz könne keine Baugenehmigung er- 
teilt werden. Von dem vierten Bauplatz 
kamen wir wegen der Entfernung und 
wegen des Gefälles im Gelände ab, das 
die Abflußleitungen zu sehr verteuert 
hätten. 

Darüber vergingen fast zwei Jahre. Fast 
alle Gemeinden hätten schon geteilt sein 
müssen. Es mußte schnell etwas gesche- 
hen. 



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DER FREUND 11/81 





Der persische Marktplatz 
glich mit seinen leuchtend 
farbigen Zelten einem riesigen 
Zirkus. Und es klang dort 
auch so. 

Jonas Hanway war nach Per- 
sien gekommen, um dort Wol- 
le einzukaufen und auf seinen 
Schiffen nach England zu 
bringen. Aber noch bevor er 
mit den Wollhändlern ins Ge- 
schäft kommen konnte, hielt 
ein königlicher Zug alles auf. 
„Platz für den Fürsten von Persien!" 
kündigte ein Höfling an. 
Als der Fürst vorübergetragen wur- 




Der 

Schirme- 
mann 

Frances Altman 



de, verbeugten sich die Leute nach 
der dortigen Sitte tief. Jonas aber 
verbeugte sich nicht. Er wollte alles 



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mitbekommen, was da passierte. 
Vier starke Männer trugen den Für- 
sten in einer samtbehangenen Sänf- 
te. Sie trugen ihn auf ihren Schultern 
hoch über den Köpfen der Leute. 
Über das Haupt des Fürsten hielt 
ein weiterer Diener einen merkwür- 
digen Schattenspender, um die Son- 
ne von ihm abzuhalten. 
„Das ist eine tolle Idee!" rief Jonas. 
Bald fand er heraus, daß man 
den Schattenspender des Fürsten 
Schirm nannte. 

Jonas dachte: „Es wäre doch sehr 
hilfreich, wenn jeder in Persien einen 
eigenen Schirm hätte." 
Bald hatte Jonas eine ganze Reihe 
von Schirmen angefertigt, die ganz 
gewöhnliche Leute vor den Sonnen- 
strahlen schützen sollten. Als aber 
der Fürst das erfuhr, befahl er 
Jonas, in den Palast zu kommen. 
„Du darfst keine Schirme mehr 
erzeugen", befahl der Fürst. „Ich 
verbiete dir das. Nur Fürsten und 
Könige dürfen in Persien einen 
Schirm verwenden. Es ist ein Zei- 
chen der Königswürde." 
Der Fürst drohte Jonas böse mit 
dem Finger und schrie noch lauter: 
„So war es immer in Persien, und so 
wird es auch bleiben. Nimm deine 
Schirme und geh nach Hause!" 
Jonas fuhr nach England zurück, 
legte die Schirme auf seinen Dach- 
boden und hatte danach so viel zu 
tun, daß er gar nicht mehr an den 
Fürsten dachte. 

Als Jonas eines Tages von zu Hause 
fortging, begann es zu regnen. So- 
fort waren alle geschlossenen Sänf- 
ten und die von Pferden gezogenen 



Kutschen besetzt. Jonas blieb naß 
und kalt an der Haustür zurück. 
Damals war es am bequemsten, 
wenn man eine geschlossene Sänfte 
nahm, die zwei oder vier Männer auf 
zwei langen Stangen zwischen sich 
trugen. Wenn es regnete, sprangen 
die Leute in eine Sänfte, damit sie 
nicht naß wurden. 
Als Jonas all die Leute sah, die da 
mit den Sänften unterwegs waren, 
fiel ihm wieder der persische Fürst 
ein. 

„Wenn ein Schirm den persischen 
Fürsten vor der Sonne schützen 
kann, vielleicht kann er mich dann 
auch vor dem Regen schützen!" 
dachte er. 

Jonas lief auf den Dachboden und 
fand einen Schirm. Er hielt ihn über 
seinem Kopf und ging die Straße 
entlang. 

„Schaut euch diesen Verrückten 
an!" schrien die Kinder, als er vor- 
beiging. Wenige Engländer hatten je 
zuvor einen Schirm gesehen. 
Jonas verwendete seinen Schirm nun 
jedesmal, wenn es regnete. Er gab 
auch seinen Freunden Schirme, und 
auch sie benutzten diese. 
Die Sänftenträger wurden böse. Sie 
wollten ihn niedertrampeln, und ei- 
nige warfen sogar Steine nach ihm. 
Aber die Leute hatten Gefallen an 
der merkwürdigen neuen Idee des 
Jonas Hanway. Es dauerte nicht 
lange, da verwendeten schon viele 
Leute in England einen Schirm. Und 
als die neue Idee auch in anderen 
Teilen der Welt bekanntwurde, wur- 
de der Schirm - wenn es regnet - der 
beste Freund des Menschen! D 



Der 
Erd- 
keller 

Iris Syndergaard 




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anna war gerade in ihrem Spiel- 
haus im Weidendickicht, als sie 



ihre Mutter rufen hörte: „Hanna, 
wo bist du? Ich brauche dich." 
Sie legte ihre Puppen ins Versteck 
zurück und ging ins Haus. 
„Fein, daß du so schnell gekommen 
bist, Hanna", sagte Mutter lä- 
chelnd. „Ich muß schnell zu Schwe- 
ster Hansen. Bitte bring ein paar 
Kartoffeln aus dem Erdkeller, damit 
ich gleich das Essen kochen kann, 
wenn ich zurückkomme." 
„O, Mutter!" Hanna bekam Gänse- 




haut. „Im Keller sind so viele Spin- 
nen, und heute habe ich eine Kröte 
herausspringen sehen. Ich mag dort 
nicht hineingehen." 
„Manchmal muß jeder etwas tun, 
was er nicht will. Wenn du willst, 
kannst du ja deinen kleinen Bruder 
mitnehmen", sagte Mutter und legte 
die Hand auf Davids Schulter. 
„Ich gehe schon mit mit dir", sagte 
David gutgelaunt. Groß und tapfer, 
fügte er hinzu: „Ich fürchte mich vor 
nichts!" 

Doch als Mutter den Weg hinunter- 
ging - ihr langer Rock schwang im 
Schritt mit und ihr blumiger Son- 
nenhut leuchtete -, sagte David: 
„Glaubst du vielleicht, ich gehe 
gerne in den Erdkeller?" 
„Ich werde es Mutter sagen, wenn 
du nicht mitkommst", schalt Han- 
na. 

Ihr Bruder steckte die Hände trotzig 
in die Jackentasche und rührte sich 
nicht. Hanna sah ihn einen Augen- 
blick lang wild an, versuchte, sich 
ein tapferes Aussehen zu geben, und 
ging dann auf die schräge Brettertür 
zu, die hinter dem Haus in die Erde 
hineinführte. Sie machte die Tür auf, 
schloß sie aber schnell wieder. Han- 
na zitterte schon, wenn sie bloß die 
ungleichen Stufen ansah, die in die 
feuchte Erde gehauen waren. 
Spinnen und das gedämpfte Licht 
waren schon schlimm genug, aber 
gestern hatte sie gehört, wie Vater zu 
Herrn Hansen sagte: „Wenn ich mit 
dem Bewässerungsgraben an unse- 
rer Grenze fertig bin, muß ich den 
Erdkeller absichern. Es sieht so aus, 
als könnten die provisorischen Trä- 



ger das Erddach nicht genug abstüt- 
zen." 

„Wenn mir bloß eingefallen wäre, 
was Vater gesagt hat, dann hätte ich 
es Mutter erzählt", dachte Hanna, 
„dann wollte sie bestimmt nicht, daß 
David und ich in den Keller gehen." 
Sie drehte sich um und wollte wegge- 
hen. Aber dann dachte sie daran, 
wie traurig und schwach Mutter 
aussah, seit das Baby gestorben war, 
und wie schwer Vater immer arbeite- 
te. Hanna wußte, daß auch sie ihren 
Teil beitragen mußte, aber sie sagte 
sich, ihr Bruder müsse mitkommen, 
ob er wolle oder nicht. 
Hanna drehte sich zu David um, der 
ihr gefolgt war. „Du gehst zuerst", 
befahl sie. 

„Ich nicht!" sagte er bockig. 
„Du bist bloß ein Angsthase!" rief 
David aber dann. „Doch ich nicht! 
Ich fürchte mich nicht vor dummen 
alten Kröten und Spinnen." Damit 
bückte er sich und stieß die Kellertür 
auf, und seine Schwester konnte 
kaum schnell genug hingreifen, da- 
mit die Tür nicht wieder zuschlug. 
Hanna folgte ihrem Bruder die Stu- 
fen nach unten. Sie ging immer mit 
dem Gesicht zur Tür, damit sie diese 
offenhalten konnte. Da rief David, 
und in dem engen Gemäuer gab es 
ein spöttisches Echo: „Hanna, du 
bist ein Angsthase!" 
Zornig drehte sie sich um und verlor 
den Halt an der Tür. Die Tür schlug 
zu, und sie selbst fiel die Stufen 
hinunter. 

Hanna erhob sich von den Knien, 
die Finsternis erschreckte sie. Wenn 
Kröten und Spinnen da waren, 



konnte sie sie nun nicht einmal 
sehen. 

„Hanna, was ist los?" schrie David. 
Aber vor Schreck konnte sie nicht 
antworten. Sie hatte nicht gewußt, 
wie schwer die feuchte Erde sein 
konnte, die ihr auf Kopf und Schul- 
tern fiel. 

„Das Dach stürzt ein!" dachte sie. 
Die Tür, die zugeschlagen war, hatte 
wohl die Bretter gelöst, die Vater als 
Stützen verwendet hatte. 
Neben sich hörte sie ihren Bruder 
rufen: „O, Hanna, hilf mir! Die Erde 
ist über mich hereingebrochen." 
„Ich komme sofort", versprach 
Hanna und tastete sich in der Fin- 
sternis vor. Dann versuchte sie, die 
Tür aufzustoßen. Aber alles, was sie 
fand, war nur Lehm. Der Eingang 
war verlegt. Sie und David waren im 
Erdkeller gefangen. 
Niemals hatte Hanna sich vorstellen 
können, daß es so finster sein kann. 
Die bläuliche Dunkelheit der Nacht 
mit dem Sternenlicht war nicht mit 
dieser Schwärze zu vergleichen, in 
der sich die Schmutzteilchen hin und 
her bewegten. 

David schluchzte laut und schreck- 
lich. „Ich darf nicht weinen", dachte 
Hanna, „obwohl ich mich doch 
.auch so fürchte. Wir haben nicht 
genug Luft, und in meiner Brust 
beginnt es weh zu tun." Sie griff 
nach ihrem Bruder. Als sie seine 
Schulter berührte, kroch er näher, so 
daß sie den Arm um ihn legen 
konnte. 

„David, weine nicht", tröstete sie 
ihn. „Wir müssen ganz vorsichtig 
atmen, damit wir nicht die ganze 



Luft aufbrauchen, die hier drinnen 
ist." 

Er schluckte: „Hanna, was können 
wir denn machen?" 
„Wir können beten", sagte sie zu 
ihm. Sie schloß die Augen und 
begann: „Vater im Himmel, bitte 
hilf David und mir. Wir sind in 
diesem Keller fast begraben, und es 
ist niemand zu Hause. Bitte hilf uns, 
daß wir hier herauskommen." 
Beim Sprechen tat ihr der Hals weh, 
deswegen sagte sie leise: „Amen." 
Man merkte, daß die Luft im Keller 
knapper wurde. 

Hanna dachte gar nicht mehr an 
Kröten und Spinnen, als sie nun den 
Boden, wo David und sie hockten, 
abtastete. Ihre Finger berührten ei- 
nen harten Gegenstand. Als sie ihn 
abtastete, erkannte sie, daß es eines 
der Bretter war, mit denen Vater das 
Dach abgestützt hatte. 
„David, hilf mir", keuchte sie. 
„Vielleicht können wir in die Erde 
über uns ein Loch stoßen." 
Die Hände ihres Bruders berührten 
die ihren. Gemeinsam nahmen sie 
das splitterige Brett und stießen es 
nach oben, bis Hanna spürte, daß sie 
auf festere Erde stießen. 
„David, paß auf. Wir müssen jetzt 
vorsichtig sein, damit die Erde nicht 
noch weiter einbricht." 
Leise keuchend stießen sie immer 
und immer wieder vorsichtig gegen 
das unsichtbare Dach über ihnen. 
Gerade als David flüsterte: „Hanna, 
ich kann nicht mehr" stieß das Brett 
ins Freie. Sie hatten ein Loch in die 
Erde gestoßen. 
David ließ die Arme sinken, doch 



Hanna schob das Brett zitternd vor 
und zurück, bis sie einen blauen 
Lichtkegel sah. Nun hatten sie Luft, 
aber würde es genug sein? Noch 
immer fühlte sie die Beklommenheit 
in der Brust, und Davids neuerliches 
Weinen klang schwach. 
Hanna atmete tief, dann hielt sie den 
Atem an. „Was war das?" flüsterte 
sie. Ein regelmäßiges, dumpfes 
Klopfen erschütterte den Erdboden. 
„Es ist jemand draußen, aber Mut- 
ter wollte doch nicht so bald von 
Hansens nach Hause kommen", 
dachte Hanna. 

Plötzlich drang durch eine Öffnung 
neben der Tür mehr Licht und Luft 
zu ihnen, und ein Mann rief: „Ist 
jemand da drinnen?" 
„Ja! Wir sind da." 
„Ist etwas passiert?" 
Hanna konnte nicht antworten, 
aber der Mann sagte: „Bleibt ruhig. 
Ich werde euch sofort befreien." 
Zwei Hände wurden sichtbar, und 
Hanna gelang es, David zur Tür zu 
schieben, wo er hinausgezogen wer- 
den konnte. Dann spürte sie auch 
die starken Finger um ihre Handge- 
lenke und wurde durch die kleine 
Öffnung gezogen, die in der feuch- 
ten Erde entstanden war. 
Hanna blinzelte an der hellen und 
reinen Luft, als Bruder Bogner zu 
ihr hinunterblickte. Er hatte ein 
Lächeln auf seinem bärtigen Ge- 
sicht. 



Sie ließ sich neben David auf den 
Boden nieder, als sie das Getrappel 
von Vaters Pferd hörte. Er sprang 
ab, lief zu David und Hanna und 
umarmte sie. „Geht es euch gut?" 
fragte er besorgt. 

„Ja, jetzt schon, Vater", antwortete 
Hanna, „aber wir sind fast erstickt. 
Das Kellerdach ist eingestürzt." 
„Daran bin nur ich schuld", sagte 
Vater bestürzt und rieb sich die 
Stirn. „Ich hätte das Dach schon 
lange richten sollen." 
Bruder Bogner beschwichtigte ihn: 
„Nein, mach dir keine Vorwürfe, 
Joseph. Jeder Siedler hier hat mehr 
zu tun, als er schaffen kann." 
„Vater, Hanna hat uns gerettet", 
sagte David. „Wir haben mit einem 
Brett ein Loch ins Dach gestoßen." 
„Ja, das habe ich gesehen, als ich 
vorbeikam. Es war überhaupt merk- 
würdig, daß ich hier vorübergekom- 
men bin", erklärte Bruder Bogner. 
Ich bin noch nie, seit wir hier so nahe 
zusammen wohnen, quer durch euer 
Grundstück gegangen. Und heute 
nachmittag wollte ich das auch 
nicht. Aber aus irgendeinem Grund 
bin ich hierhergekommen. Und da 
habe ich dieses Brett gesehen, das da 
in der Erde steckte und wie ein 
Zeichen herwinkte. Ich glaube, der 
Herr hat mich hierhergeführt." 
David und Hanna lächelten einan- 
der zu. „Ja, Bruder Bogner, so war 
es", sagte Hanna leise. D 



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Kurz nach Joseph F. Smiths Geburt 
drangen einige Männer in das Haus der 
Familie Smith ein. Seine Mutter war 
gerade krank, und sein Vater Hyrum 
war im Gefängnis. Sie plünderten das 
Haus, gingen auch in das Zimmer, wo 
das Kind schlief, und warfen, ohne daß 
sie es bemerkten, Bettücher und Bett- 
decken auf ihn. Sie wären ziemlich 
erstaunt gewesen, hätten sie gewußt, daß 
sie dadurch ein Baby versteckt hatten. 
Als die Männer endlich das Haus verlie- 
ßen, waren alle erleichtert. Ein paar 
Minuten später dachte Mary Smith an 
Joseph, und sie und ihre Schwester 
Mercy liefen schnell, um nach ihm zu 
sehen. Als sie sahen, was passiert war, 
fürchteten sie, das Baby könnte erstickt 
sein. Doch glücklicherweise waren ihre 
Wiederbelebungsmaßnahmen erfolg- 
reich. 

Joseph erlebte in seiner Kindheit noch 
öfter allerlei Schlimmes. Noch vor sei- 



nem sechsten Geburtstag wurden sein 
Vater Hyrum und der Prophet Joseph 
Smith im Gefängnis in Carthage ermor- 
det. Nach dem Tod seines Vaters half 
Joseph seiner Mutter bei den Vorberei- 
tungen für den Zug nach dem Westen. 
Der Junge war noch nicht zehn Jahre alt, 
als er einen Planwagen mit vier Ochsen 
von Winter-Quarters in das Tal des 
Großen Salzsees führte. Dies war im 
Sommer 1848. Die Strecke betrug mehr 
als 1600 Kilometer. Die Reise war für 
die Familie sogar noch schwerer, weil 
Mary versprochen hatte, sie werde um 
keine Begünstigungen bitten und ohne 
die Hilfe eines anderen vorankommen, 
dennoch aber bei den ersten sein, die das 
Tal betreten würden. 
Joseph verlor seine Mutter, als er vier- 
zehn war. Jahre später sagte er: „Der 
größte Anker in meinem Leben, durch 
den ich jedes Gesetz befolgen konnte, 
war die Liebe meiner lieben Mutter." 



Als Joseph 1 5 Jahre alt war, hatte er so 
viel erlebt wie die meisten Erwachsenen 
in seiner Umgebung. Im Laufe seines 
Lebens erfüllte er mehrere Missionen für 
die Kirche: auf Hawaii, in den Vereinig- 
ten Staaten und Großbritannien; auch 
wurde er zum Präsidenten der Europä- 
ischen Mission berufen. Mit 27 Jahren 
wurde er zum Apostel ordiniert. 

1901 wurde er der erste Präsident der 
Kirche, der geboren wurde, als seine 
Eltern bereits der Kirche angehörten. 

Als John Ruothoff, ein kleiner blinder 
Junge in Holland, hörte, daß Präsident 
Smith sein Land besuchen würde, sagte 



er zu seiner Mutter: „Der Prophet hat 
mehr Kraft als alle Missionare auf 
Erden. Wenn du mich zur Versammlung 
mitnimmst und er mir in die Augen 
blickt, so glaube ich, daß ich geheilt 
werden kann." 

Nach der Versammlung schob Präsident 
Smith John den Verband von den Au- 
gen, blickte ihm in die Augen, segnete 
ihn und versprach ihm, daß er wieder 
sehen würde. Als der Verband dann zu 
Hause abgenommen wurde, rief der 
Junge: „Mama, meine Augen sind ge- 
sund; ich habe auch keine Schmerzen 
mehr. Jetzt kann ich gut und weit 
sehen." D 



Kennst du dich im Buch Mormon aus? 

Ruth Christensen 

Kannst du diese Personen aus dem Buch Mormon mit der richtigen 
Beschreibung verbinden? 



1. 


Alma 


2. 


Lehi 


3. 


Noa 


4. 


Lemuel 


5. 


Helaman 


6. 


Samuel 


7. 


Laban 


8. 


Benjamin 


9. 


Laman 


10. 


Moroni 


11. 


Lamoni 


12. 


Saria 


13. 


Mormon 


14. 


Jared 


15. 


Abinadi 



a. Ein rechtschaffener König 

b. Ein Übeltäter 

c. Führte 2000 Krieger in die Schlacht 

d. Der letzte Nephit auf Erden 

e. Führer der Jarediten 

f. Vater der Nephiten und der Lamaniten 

g. Hatte die Messingplatten 
h. Ein nephitischer Prophet 
i. Ein König der Lamaniten 
j. Ein großer Missionar 

k. Führer der Lamaniten 

1. Schrieb eine Kurzfassung des Buches Mormon 

m. Ein aufrührerischer Sohn Lehis 

n. Mutter der Nephiten und der Lamaniten 

o. Ein lamanitischer Prophet 











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Das starke Wachstum in unserem Gebiet 
machte neue Kirchengebäude notwendig. Mit 
der Hilfe des Herrn haben wir Bauplätze 
gefunden und neue Gebäude errichten 
können. 

Präsident Doxey forderte den Pfahl auf, 
gemeinsam um die Hilfe des Herrn zu 
beten und dafür zu fasten. Zwei Tage 
später rief der Besitzer des ersten Bau- 
platzes an und sagte, der Verkauf könne 
stattfinden. 

Inzwischen gab es Pläne, den Pfahl zu 
teilen, und Präsident Doxey beauftragte 
mich, ein Grundstück für ein neues 
Pfahlgebäude zu beschaffen. Nach sorg- 
fältiger Prüfung und nachdem wir gebe- 
tet hatten, wählten wir ein 1,6 Hektar 
großes Grundstück aus. Es gehörte zwei 
Familien in der Hunter-Sixth-Gemein- 
de. Der Bischof traf Vorkehrungen, 
damit ich mit jeder dieser Familien 
zusammenkommen konnte. Die erste 
erklärte sich großzügig bereit, die 0,8 
Hektar zu spenden. Als ich mit dem 
anderen Ehepaar zusammenkam, be- 



gann der Mann - er war vor ungefähr 
einem Jahr bekehrt worden - so: „Ich 
weiß, warum Sie uns hereingerufen ha- 
ben." 

In der Nacht davor hatte er geträumt, 
daß er in ebendieses Büro gerufen wur- 
de. Es waren dieselben Leute dort. Ich 
erklärte ihm - so hatte er geträumt -, 
daß sein Nachbar bereit sei, 0,8 Hektar 
für ein Pfahlgebäude zu spenden, und 
ich forderte ihn auf, das gleiche zu tun. 
Er hatte seine Frau geweckt, ihr den 
Traum erzählt und war wieder einge- 
schlafen. Dann hatte er diesen Traum 
zum zweitenmal, weckte seine Frau 
wieder und erzählte ihr davon. Zum 
drittenmal schlief er ein, träumte das- 
selbe zum drittenmal und weckte auch 
seine Frau zum drittenmal. Sie sagte mit 
Nachdruck: „Sag ihm, die Kirche kann 
das Land haben, und schlaf weiter!" 
Auf diesem idealen Bauplatz steht jetzt 
ein neues Pfahlgebäude. Nach der Tei- 
lung des Pfahls bat mich Präsident 
Doxey - er war berufen worden, über 
den neuen Pfahl Hunter Central zu 
präsidieren - erneut, einen Bauplatz zu 
erwerben. Dieser stand im Eigentum 
einer der treuen Witwen des Pfahls. Als 
ich an sie herantrat, sagte sie, sie habe 
kein Interesse daran, das Land zu ver- 
kaufen, würde es dem Pfahl aber gern 
spenden. 

Aus diesen wiederholten Erfahrungen 
habe ich etwas Neues über die Treue, die 
Liebe und die Großzügigkeit der Mit- 
glieder der Kirche gelernt. Auch habe 
ich daraus gelernt, daß sich der Herr 
aktiv in solche Vorgänge einschaltet, ü 



Ronald C. Barker, Rechtsanwalt und Vater 
von neun Kindern, ist Erster Ratgeber des 
Präsidenten des Pfahls Salt Lake Hunter 
Central. 



19 



DURCH OPFERN 
GEISTIG WACHSEN 

Carma T. und Roy A. Prete 



1977 stand der neu gegründete Pfahl 
Ottawa Ontario in Kanada vor einzigar- 
tigen Aufgaben. Mit dem Sitz in Ottawa 
umfaßte dieser ausgedehnte Pfahl das 
östliche Ontario, einen Teil der Provinz 
Quebec und den Norden des US-Bun- 
desstaates New York. Deshalb gab es in 
dem neuen Pfahl viele verschiedene 
Volksgruppen. In Montreal in Kanada 
gehörte ein chinesischer Zweig dazu. 
Zwei Missionare aus der Mission Hong- 
kong halfen dort beim Missionieren mit. 
In Hawkesbury in Kanada gab es einen 
zweisprachigen (französisch-englischen) 
Zweig, und in Hogansburg in New York 
einen rein lamanitischen Zweig, und 
zwar im St.-Regis-Reservat. 
Was der neue Pfahl am dringendsten 
brauchte, war die Errichtung geeigneter 
Gebäude, da sich viele Gemeinden und 
Zweige in gemieteten Sälen und Schulen 
versammelten. Unser Pfahlpräsident, 
Boyden E. Lee, hatte die Eingebung, daß 
die Kirche in diesem Gebiet erst dann 
schneller wachsen könne, wenn geeigne- 
te Gemeindehäuser gebaut seien. Es 
wurde ein Pfahl-Bauplan für fünf Jahre 
ins Leben gerufen, doch zeitigte er bis 
zum Ende des ersten Jahres nur geringe 
Erfolge. 

So beschloß die Pfahlpräsidentschaft ein 
Sonderprogramm für die Beschaffung 



der benötigten Summe - eine Million 
Dollar - innerhalb von zwei Jahren. 
Bruder Lee, der Pfahlpräsident, machte 
sich große Sorgen über diese Entschei- 
dung. Er fragte sich, wie er bei der 
herrschenden Inflation und den finan- 
ziellen Schwierigkeiten die Mitglieder 
des Pfahls innerhalb so kurzer Zeit um 
einen so hohen Betrag bitten könne. 
Während er sich auf eine Sonderver- 
sammlung des Pfahls vorbereitete - so 
hat er berichtet -, bekam er die Einge- 
bung, den Mitgliedern des Pfahls einen 
besonderen Segen mit einer Verheißung 
zu spenden und diese Verheißung mit 
der Macht des Priestertums zu besiegeln, 
wie man es bei einem persönlichen Segen 
tun würde. Anfangs zögerte er, doch die 
Eingebung blieb bestehen, und er konn- 
te sich ihr nicht entziehen. 
Bei der Versammlung wurde das Sofort- 
programm für den Pfahl-Baufonds vor- 
gelegt. Die erwachsenen Mitglieder wa- 
ren gebeten worden, zu fasten und zu 
beten, bevor sie zu der Versammlung 
kamen. Am Ende der Versammlung 
spendete Bruder Lee den Mitgliedern 
des Pfahls tatsächlich einen besonderen 
Segen und verhieß ihnen, daß der Herr, 
wenn sie alles in ihrer Macht Stehende 
täten, Möglichkeiten schaffen würde, 
daß sie die gewünschten Beiträge zum 



20 



Baufonds aufbringen könnten. Diese 
Verheißung wurde mit der Macht des 
Priestertums auf jedes Mitglied des 
Pfahls gesiegelt. 

Die Ergebnisse waren wahrhaft bemer- 
kenswert. Ein junger zurückgekehrter 
Missionar hatte seit acht Monaten keine 
Arbeit finden können. Er war skeptisch, 
als der Bischof einen bestimmten Betrag 
für seine Spende nannte. Dennoch sagte 
er dem Herrn, daß er, wenn er ein 
Einkommen hätte, gern den gewünsch- 
ten Betrag zahlen würde - und noch 
mehr, falls es von ihm gefordert werde. 
Der erste Arbeitgeber, bei dem er sich an 



diesem Tag vorstellte, bot ihm eine 
Dauerstellung an. Am nächsten Tag 
begann er, dort zu arbeiten. Zwei Tage 
später bekam er eine beträchtliche Ge- 
haltserhöhung. 

Ein Unternehmer, der schon dabei war, 
seinen Betrieb stillzulegen, kam plötz- 
lich auf etwas, wie er sein Produkt 
verbessern konnte. Er machte sich sofort 
an die Arbeit, nahm bald die Serienpro- 
duktion auf und meldete einen nie 
dagewesenen Umsatz. 
Ein Bruder saß gerade in seiner Amts- 
stube und fragte sich, wie er nur den von 
seinem Bischof genannten Betrag auf- 




21 



bringen könne. Als er um Führung 
betete, kam ihm der Gedanke: „Bitte 
einfach um eine Gehaltserhöhung, das 
ist alles, was du zu tun hast." Die 
Botschaft war so eindringlich, daß er 
ebendas tat. Er rechnete sich aus, was er 
mit seinen augenblicklichen Mitteln zah- 
len könnte, und beantragte prompt eine 
Gehaltserhöhung, die dem fehlenden 
Betrag entsprach. Zu seiner Überra- 
schung wurde der Antrag genehmigt, 
und zwar sogar rückwirkend für ein 
Jahr, so daß er seiner Verpflichtung viel 
früher, als er es für möglich gehalten 
hätte, nachkommen konnte. 
Eine Mutter kniete mit ihren vier Kin- 
dern um den Küchentisch herum nieder 
und betete um Hilfe beim Bezahlen des 
gewünschten Betrags. Am Abend wurde 
sie von einer Nachbarin angerufen, und 
diese fragte sie, ob sie regelmäßig auf 
ihre kleinen Kinder aufpassen würde. 
Vor ungefähr sechs Wochen hatte sich 
diese Schwester bereits erboten, auf die 
Kinder aufzupassen, aber die Nachbarin 
hatte abgelehnt, weil sie zuviel Geld 
verlange. Nun erklärte die Nachbarin, 
sie habe an diesem Nachmittag das 
starke Gefühl gehabt, daß die Betreuung 
durch diese Schwester von allen, die sie 
in Betracht gezogen habe, am liebevoll- 
sten sein würde. Dies sei ihr jeden Preis 
wert, den die Schwester fordern würde. 
Ein Bruder, ein ehemaliger Kriegsge- 
fangener, mußte Geld von seinem Spar- 
konto abheben - Geld, das er für einen 
anderen besonderen Zweck beiseite ge- 



legt hatte. Da erfuhr er von einer Rente 
für kanadische Kriegsgefangene und 
stellte fest, daß er die Voraussetzungen 
dafür erfüllte. Die Rente wurde ihm 
sogar rückwirkend zugesprochen, und 
der Gesamtbetrag war etwas höher als 
die Summe, die er abgehoben hatte, um 
den gewünschten Betrag zu zahlen. 
Viele andere berichteten von ähnlichen 
Erlebnissen. Die einen fanden Arbeit, 
andere wurden befördert; scheinbar 
wertlose Kapitalanlagen warfen Rendi- 
ten ab, lange vergessene Bankkonten 
wurden wiederentdeckt, und es wurden 
Erbschaften gemacht. 
Zwei Jahre nach der Aufforderung wa- 
ren für den Pfahl- Baufonds über 800000 
Dollar beschafft. Inzwischen sind drei 
Gemeindehäuser fertiggestellt, zwei an- 
dere sind im Bau, und der Bau von vier 
weiteren ist genehmigt. Wenn diese Ge- 
bäude fertiggestellt sind, hat jede der 16 
Gemeinden bzw. Zweige tatsächlich ein 
modernes Gemeindehaus. 
Opfern bringt in der Tat die Segnungen 
des Himmels herbei. Im ganzen Pfahl 
hat man dies deutlich gespürt. Unser 
Bau-Sonderprogramm zeitigt jetzt 
Früchte in Gestalt von mehr geistiger 
Gesinnung und mehr Bekehrtentaufen. 
Am 6. Juli 1980 ist der Pfahl, nur 
dreieinhalb Jahre nach seiner Grün- 
dung, geteilt worden - in den Pfahl 
Ottawa Ontario und den Pfahl Montreal 
Quebec Mount Royal. Damit besteht 
eine Grundlage für weiteres Wachstum. 

D 



DIE ABENTEUER (1 TEIL) 

EINES 

JUNGEN BRITISCHEN 

MATROSEN 



William G. Hartley 




23 



Es war November, und die Wande- 
rung durch die neblige englische 
Landschaft war hart für William Wood 
- jedenfalls in seelischer Hinsicht. Der 
junge Fleischerlehrling hatte gerade sei- 
ne Arbeit verloren, und das zu einer Zeit, 
wo man schwer gute Arbeit fand! Er war 
tief gekränkt, vielleicht auch zornig. 
Hatte er nicht gut für Mr. Blaxall 
gearbeitet? Und doch hatte man ihn 
einfach hinausgeworfen, weil er ein Hei- 
liger der Letzten Tage geworden war. 
Während er sich fortschleppte, machte 
er sich Gedanken darüber, wie seine 
Eltern darauf reagieren würden. 
William war 1837 geboren. Er war von 
seinen Eltern als frommer Anglikaner 
erzogen worden. Seine Mutter, ein 
treues Mitglied dieser Kirche, hatte ihn 
schon als ganz kleines Kind bei einer Art 
Grundschule angemeldet, wo er außer 
dem Alphabet auch lernte, „daß es einen 
Erretter gebe, der für alle Menschen 
gestorben sei". Durch jahrelangen Be- 
such der Sonntagsschule lernte der Jun- 
ge „Ehrfurcht vor allem, was göttlich 
ist", wie er es nannte. 
Anscheinend kam William mit etwa 13 
Jahren mit den Heiligen der Letzten 
Tage in Berührung. Als er gerade einen 
Botengang für seinen Vater machte, 
blieb er bei einem Fenster stehen, in das 
einige neugierige Jungen hineinspähten. 
Plötzlich führte ihn ein Herr hinein, und 
darin begann gerade eine Versammlung 
der Mormonen. 

„Ich setzte mich in eine Ecke", so hat er 
sich erinnert, „und dachte: ,Das ist ja ein 
komischer Ort, ganz unpassend für das 
heilige Abendmahl."' Doch das Abend- 
mahl wurde gereicht, es wurden Lieder 
gesungen, und es wurde gepredigt. Der 
letzte Sprecher war Charles Penrose, ein 
britischer Bekehrter, der später in die 




William Wood 



Erste Präsidentschaft berufen wurde. 
Was er über die Gottheit sagte, „hat 
meine verworrene Vorstellung von Gott 
umgeworfen", hat William Wood be- 
merkt. „Wenn eine Predigt jemals je- 
manden ergriffen hat, dann diese mich." 
So wurden Williams religiöse Vorstel- 
lungen aus der Kindheit Jahr für Jahr 
erschüttert. Mit 15 zog er von zu Hause 
fort, um Fleischerlehrling zu werden, 
und sein erster Wirt, ein Freikirchler, 
versuchte den jungen Kostgänger zu 
bekehren, jedoch ohne Erfolg. William 
gestand jedoch ein: „Meine religiösen 
Ansichten wurden dadurch sehr erschüt- 
tert." Er sprach auch mit katholischen 
Nonnen über Religion, da er dem nahe- 
gelegenen Kloster regelmäßig Fleisch 
lieferte. 

Während dieser unruhigen Zeit erfuhr 
William, daß sich John M. Bridge, ein 
guter Freund von ihm, den Heiligen der 
Letzten Tage angeschlossen hatte. Wil- 



24 



liam schalt John dafür, daß er übergetre- 
ten war, denn: „[Die Mormonen] stan- 
den bei allen guten Leuten in meiner 
Stadt in sehr schlechtem Ruf." An einem 
Abend erläuterte John seinem früheren 
Schulkameraden nach der Arbeit jedoch 
einige Grundsätze des Evangeliums. 
William fand, daß diese Lehren logisch 
waren, und so erklärte er sich bereit, eine 
Versammlung der Heiligen der Letzten 
Tage im Zweig Maldon in Essex zu 
besuchen. Dort war er von der Gemein- 
schaft und von der Lehre beeindruckt. 
Drei Wochen nach dem ersten Gespräch 
mit John über den Mormonismus bat 
William die reisenden Ältesten Joseph 
Silver und John Lindsay, ihn zu taufen. 
So wurde er Ende April 1855 im Black- 
water River in Maldon getauft. Kurze 
Zeit später wurde er zum Priester im 
Aaronischen Priestertum ordiniert. 
Er mußte jedoch den Preis dafür zahlen, 
daß er religiösen Frieden gefunden hat- 
te: „Bald wurde bekannt, daß ich Mor- 
mone geworden war. Man verspottete 
mich und nannte mich ,01d Joe Smith' 
und ,01d Brigham Young', und man 
erhob gegen diese und gegen mich 
allerlei Beschuldigungen." Freunde und 
Verwandte, Kunden und ehemalige 
Sonntagsschullehrer versuchten ihn von 
seinem „Irrtum" zu überzeugen. 1855 
war er meistens in Begleitung eines 
anderen gerade ordinierten Priesters, 
seines späteren Schwiegervaters, Samuel 
Gentry. In den umliegenden Dörfern 
hielten sie im Freien Predigtgottesdien- 
ste ab. Manchmal besuchten Williams 
Verwandte diese Versammlungen, um, 
wie sie sagten, „den kleinen Billy predi- 
gen zu hören", obwohl Bruder Gentry 
predigte und William ihm half, indem er 
das Gebet sprach. Einige Verwandte 
verspotteten William öffentlich, aber 



dadurch hielt er nur „noch hartnäckiger 
an den Grundsätzen der Wahrheit fest". 
Mr. Blaxall, mit dessen Familie William 
an vielen Sonntagen in der Kirche auf 
der gleichen Bank gessessen hatte, ver- 
suchte ebenfalls, seinen jungen Lehrling 
umzustimmen. Die tiefgehenden Ge- 
spräche beeinflußten sie jedoch beide 
nicht. Mr. Blaxall befürchtete auch, er 
könnte so wichtige Kunden wie den 
Pfarrer des Ortes verlieren, und deshalb 
stellte er William schließlich vor die 
Wahl: „Entweder du trennst dich von 
den Mormonen, oder du suchst dir eine 
andere Arbeit!" 

„Sir", antwortete der Junge, „ich werde 
meinen Glauben niemals aufgeben und 
lieber Ihren Dienst verlassen." 
Arbeitslos geworden, mußte der ent- 
täuschte junge Mormone die neue Lage 
jetzt seinen Eltern erklären, die nach 
Queensborough auf der Insel Sheppey 
an der Themsemündung gezogen waren. 
Sein größter Wunsch war es jetzt, wie 
viele britische Bekehrte vor ihm nach 
Zion auszuwandern. So versuchte er sich 
unterwegs einiges auszudenken, wie er 
genug Geld verdienen konnte, um nach 
Utah zu gelangen. 

William wurde von seinen Eltern in dem 
neuen Zuhause herzlich willkommen 
geheißen. Als sie jedoch erfuhren, wie er 
seine Stelle verloren hatte, baten sie ihn 
inständig, er solle sich von den Mormo- 
nen trennen und sich von Mr. Blaxall 
wieder einstellen lassen. „Meine liebe 
Mutter war tief bekümmert", hat Wil- 
liam gesagt. Sie grämten sich darüber, 
daß er sein Einkommen verloren hatte, 
und fanden keinen Trost in seinem 
religiösen Optimismus. „Ich sagte ihnen, 
ich sei in Gottes Hand und glaubte 
daran, daß ich Arbeit finden würde, weil 
ich seinen Geboten gehorcht hätte." 



25 



Er setzte den Glauben in die Tat um und 
suchte mit der Hilfe seines Vaters überall 
auf der Insel nach Arbeit. Er entdeckte, 
daß im Hafen von Sheerness viel zu tun 
war, und zwar wegen des Krieges, der 
damals auf der Krim (am Schwarzen 
Meer gegenüber der Türkei gelegen) 
tobte. Britische, französische und türki- 
sche Truppen kämpften dort gegen die 
Russen. 

Ein Fleischer namens Fillmore, der den 
britischen Militäreinheiten einem Ver- 
trag gemäß Fleisch lieferte, hielt William 
für zu jung und unerfahren. Nachdem er 
aber zugesehen hatte, wie dieser seine 
Fertigkeiten beim Fleischhauen vor- 
führte, stellte er ihn ein. Der Lohn? Das 
Doppelte von dem, was Mr. Blaxall 
gezahlt hatte! „Ich glaube bis heute", 
schrieb William 60 Jahre später, „daß 
der höhere Lohn . . . eine Segnung vom 
Herrn war, weil ich dem Mormonismus 
nicht abschwören wollte und weil ich 
fest entschlossen war, mich den Mitglie- 
dern in den Gebirgstälern in Amerika 
anzuschließen. Es war die Antwort auf 
mein Beten." 

Da William sich später eine Rückenver- 
letzung zuzog, als er ein Viertelrind hob, 
verdingte er sich als Werftarbeiter zum 
gleichen Lohn. Die Vorgänge im Hafen 
fesselten ihn, und er achtete genau auf 
die zahlreichen Schiffe, die täglich ein- 
und ausliefen und die Hafenanlagen 
benutzten. Eines Tages hörte er, ein 
britisches Kriegsschiff, die „Eurotas", 
werde bald nach dem südlichen Pazifik 
fahren. Da entwarf er rasch einen Plan, 
wie er nach Zion gelangen könne. Er trat 
in die britische Marine ein und schloß 
sich der Besatzung der „Eurotas" als 
Fleischer an - in der Hoffnung, eines 
Tages in Kalifornien an Land gehen und 



sich von dort nach Utah durchschlagen 
zu können. 

Sobald „die alte Segelfregatte mit den 28 
Kanonen, die für den Schraubenantrieb 
umgebaut war", jedoch den Hafen ver- 
ließ, war seine Hoffnung, auswandern 
zu können, dahin. Bei einer überra- 
schend einberufenen Versammlung teil- 
te der kommandierende Offizier der 
Mannschaft einen geheimen Befehl mit: 
„Matrosen, unser Ziel ist die Krim, der 
Kriegsschauplatz!" 

Das Schiff fuhr nur mit halber Mann- 
schaft, und dadurch erwarb William 
schon bald allerlei Seemannsfertigkei- 
ten. Später hat er geschrieben: „Ich 
mußte nicht nur meine Arbeit als 
Fleischer verrichten, sondern danach 
auch noch den Kanonieren bei allem 
helfen. Die Kanoniere sind fast immer 
hervorragende Seeleute . . . Somit war 
ich bei sehr geschickten Leuten und 
erlernte recht viel von dem, was man als 
Matrose zu tun hat, und dies hat sich mir 
selbst in Utah noch ständig als nützlich 
erwiesen." 

Lissabon, Gibraltar, Algier, Malta, 
Konstantinopel - bei jedem Aufenthalt 
ging William an Land, um für die 
Mannschaft Fleisch zu besorgen. Und 
während der ganzen Reise wurde ihnen 
über den Krieg auf der Krim Schreckli- 
ches berichtet. 

Nachdem die „Eurotas" einige Zeit vor 
der Halbinsel Krim gekreuzt hatte, legte 
sie in der Nähe von Sewastopol an. Aus 
dieser Stadt hatten die britischen Trup- 
pen und ihre Verbündeten die russischen 
Einheiten vertrieben, und zwar unter 
schrecklichen Verlusten auf beiden Sei- 
ten. Mit großer Freude stellte William 
fest, daß es unter den Tausenden von 
britischen Soldaten, die in diesem Gebiet 



26 



stationiert waren, genug Heilige der 
Letzten Tage gab, um Feldgottesdienste 
abzuhalten, und er nahm eifrig daran 
teil. 

Nach der Friedensproklamation wurde 
die „Eurotas" mit übriggebliebenem 
Kriegsmaterial beladen, und sie fuhr 
nach Sheerness zurück. William machte 
einen kurzen Besuch bei seinen Angehö- 
rigen. Diese „waren alle überrascht, daß 
mir die seltsame Religion, wie sie sie 
nannten, noch immer wichtiger war als 



alles andere". Er besuchte auch kurz die 
Heiligen am Ort. Für die nächsten vier 
Jahre wurde er dann der „Retribution" 
zugeteilt. Dank seiner Fertigkeiten als 
Fleischer und Matrose brachte er die 
besten Empfehlungen mit. 
„Ich hatte meine regelmäßigen Pflichten 
als Fleischer zu versehen. Ich hatte eine 
hübsche kleine Fleischerei, die mir ganz 
und gar unterstellt war. Alles darin 
wurde täglich vom Kapitän auf Ord- 
nung und Sauberkeit geprüft . . . Darin 




Das zweite Schiff von rechts auf diesem Stich ist nach Williams Aussage dasjenige, auf dem 
er in den 1850er Jahren im Chinesischen Meer gedient hat. 



27 



verbrachte ich einen großen Teil dieser 
vier Jahre und vier Monate." 
Im Mittelmeer nahm die ,,Retribution" 
Kriegsgerät von der Krim an Bord. 
Auch fand sie ein im Arktiseis verschol- 
lenes Schiff. Im März 1857 kam dann 
der Befehl, um die halbe Welt zu fahren 
und vor China ein Geschwader zu 
verstärken. Auf dem Weg dorthin sollte 
in Peru haltgemacht werden, um einen 
Aufstand unterdrücken zu helfen. 
In Rio de Janeiro ging unser Seemann an 
Land, um Geflügel, anderes Fleisch 
sowie Obst für die Mannschaft einkau- 
fen zu helfen - in dem Bewußtsein, daß 
er einer der ersten Heiligen der Letzten 
Tage war, der seinen Fuß auf brasiliani- 
schen Boden setzte. 

Am 1. Mai 1858, Williams 21. Geburts- 
tag, bekamen er und die Mannschaft in 
Honululu auf Hawaii Landurlaub. Wil- 
liam hatte vor seiner Abreise aus Eng- 
land gehört, daß Brigham Young Mis- 
sionare zu den pazifischen Inseln ge- 
sandt habe, und so versuchte der junge 
Mann, einige Heilige ausfindig zu ma- 
chen, „konnte aber nichts über sie in 
Erfahrung bringen". Er wußte nicht, 
daß die Kirche ihre Missionare aus dem 
Pazifik zurückgerufen hatte, denn diese 
sollten, falls nötig, Zion gegen eine 
Armee der Vereinigten Staaten verteidi- 
gen helfen, die damals gerade auf dem 
Marsch nach Utah war. Die letzten 
Missionare, die in Hawaii gearbeitet 
hatten, reisten ausgerechnet am selben 
Tag ab, als William in Honululu ankam. 
So mußte unser junger mormonische 
Seemann, von jedem Kontakt mit der 
Kirche abgeschnitten, weiterhin seinem 
Glauben selbst Nahrung geben. Immer 
wieder las er die Schriften der Kirche, die 
er mit sich führte. Als Priester im 
Aaronischen Priestertum ,, wußte er um 



die Vollmacht des Priesters, das Abend- 
mahl zu segnen", und so fühlte er sich 
darin gerechtfertigt, daß er in seiner 
„Fleischerei" an Bord des Schiffes sei- 
nen eigenen Abendmahlsgottesdienst 
hielt. „Ich habe oft zum Herrn gebetet 
und ihn gebeten, er möge mich bei dieser 
heiligen Handlung anerkennen." Sonn- 
tags ging William nach dem Schiffsgot- 
tesdienst in seine Kajüte; dort „stellte 
ich Schiffszwieback und Wasser auf 



Seine Suche nach Zion 

führte ihn in den Kampf 

und um die Welt. 



einen Tisch und betete. Danach habe ich 
immer das Brot und das Wasser gesegnet 
und davon genommen. Auf diese Weise 
habe ich viel geistige Kraft empfangen." 
Als die „Retribution" wenige Wochen 
später in Hongkong anlangte, führten 
Frankreich und England Krieg gegen 
China. Die „Retribution" schloß sich 
der „Cruiser", der „Furious", der „Lee" 
und der „Dove" an und beteiligte sich 
mit ihnen viele Monate an den Kampf- 
handlungen. Das Geschwader trug zur 
Beendigung des Krieges bei, indem es 
den Jangtse flußaufwärts bis Nanking 
fuhr und dort in einem heftigen Gefecht 
die Stadt so lange beschoß, „bis alle ihre 
Kanonen zum Schweigen gebracht wa- 
ren". Am nächsten Tag wurde die „Re- 
tribution" beschossen und schwer be- 
schädigt. William beobachtete entsetzt, 
wie einem Kameraden das Bein abge- 
schossen wurde und einem Matrosen, 
der ihm zu Hilfe eilte, der Arm abge- 



28 



schössen wurde. Die „Retribution" ließ 
einen Hagel von Granaten und Kartät- 
schen mit 24-Pfund-Raketen los, der 
große Gebäude in Brand setzte, so daß 
die Menschen zu Tausenden flohen". 
Schon nach einigen Tagen kapitulierte 
die chinesische Regierung, und die „Re- 
tribution" kehrte zu dem britischen 
Hafen in Honkong zurück. 
Der nächste Befehl lautete, daß eine 
besondere Jacht nach Japan zu eskortie- 
ren sei. Sie sollte dort dem japanischen 
Kaiser als Geschenk der britischen Re- 
gierung übergeben werden. Japan hatte 
seine Häfen und seinen Handel erst vier 
Jahre zuvor für den Westen geöffnet, 
und zwar aufgrund des berühmten Be- 
suchs von U.S.-Admiral Matthew C. 
Perry im Jahre 1854. William war einer 
der ersten Europäer - wahrscheinlich 
auch der erste Heilige der Letzten Tage - 

der dieses Land besuchte. Seine Ausflü- 
ge an Land begeisterten ihn, und er war 
von den Japanern tief beeindruckt. „Ich 
erkannte, daß sie in bemerkenswerter 
Weise für Reformen aufgeschlossen wa- 
ren, mehr als jedes andere Volk, das ich 
kennengelernt hatte, und ich verspürte 
den Wunsch, ihnen das Evangelium zu 
predigen." Viele Jahre später, als Siebzi- 
ger in Utah, betete er oft, er möge nach 
Japan auf Mission berufen werden, doch 
war er dafür schon zu alt, als Heber J. 
Grant dort 1901 die erste Mission der 
Kirche eröffnete. 

Die „Retribution" setzte ihre Patrouille- 
fahrten, die sie in alle Welt führten, fort, 
indem sie sich dem britischen Ostindien- 
Geschwader anschloß. Das Schiff ver- 
brachte drei Monate vor Ceylon und 
barg aus einem gesunkenen Postschiff 
Geld, Maschinen und andere wertvolle 
Ladung. 



Bald nach der Abreise aus Ceylon fuhr 
die „Retribution" gegen ein nicht auf 
der Karte verzeichnetes Korallenriff, 
wobei der Boden des Schiffes zersplitter- 
te. Um das gefährliche Leck abzudich- 
ten, „spannten wir ein riesiges geteertes 
Segeltuch unter das Schiff und über das 
Loch". Dann fuhr es mit Volldampf 
zum Hafen. Während der drei Monate, 
als das Schiff zur Reparatur im briti- 
schen Trockendock in Bombay lag, 
erkrankte die Mannschaft an Cholera. 
William hat berichtet: „Ich wurde auch 
davon befallen und zum Hospitalschiff 
gebracht. Ich betete, der Herr möge 
mich verschonen." Er genas und half bei 
der Pflege seiner erkrankten Schiffska- 
meraden. 

Nach der Reparatur kam der letzte 
große Auftrag der „Retribution". Sie 
sollte zwei großen Dampfschiffen hel- 
fen, das erste Unterwasserkabel für 
Nachrichten zwischen Indien und dem 
Roten Meer - von Karatschi (Pakistan) 
nach Aden zu verlegen. Im Oktober 
1860 kam der Befehl zur Heimreise. 
Wieder fuhr Williams Schiff nach Süd- 
westen über den Äquator und um das 
Kap der Guten Hoffnung, sodann ent- 
lang der Westküste Afrikas und noch- 
mals - zum letztenmal - über den 
Äquator. Am 20. Dezember landete es in 
Portsmouth in England und beendete 
damit seinen dreijährigen Einsatz in 
aller Welt. Damit war William Wood, 
der junge britische Matrose, einer der 
ersten - wenn nicht der erste - Heiligen 
der Letzten Tage, die um die ganze Welt 
gereist sind. Mit einem Orden für her- 
vorragende Dienste in der Tasche, eilte 
er nach Hause und überraschte seine 
Familie, die sich gerade zum Weih- 
nachtsessen hinsetzte. D 

( Schluß folgt nächsten Monat.) 



29 



Layne T. Derrick 



1- . " 




MISSIONSARBEIT 



rniran 



Sie hatten 

sie geschlagen 

und verspottet. 

Könnte sie 

ihnen vom 

Evangelium 

erzählen? 



Als ich in Quito, der wunderschönen 
Hauptstadt von Ecuador, als Mis- 
sionar diente, habe ich ein junges Mit- 
glied der Kirche, ein Mädchen, kennen- 
gelernt, das beispielhaft gezeigt hat, was 
es bedeutet, sich rückhaltlos für die 
Bekehrung seiner Mitmenschen einzu- 
setzen. Das Haus dieses jungen Mäd- 
chens war eines der bescheidensten in 
Quito, doch ihr Herz war eines der 
größten. 

Ich werde meine erste Begegnung mit ihr 
nie vergessen. Sie war sehr klein - 
höchstens eineinhalb Meter -, und ihr 
hellbraunes Haar fiel leicht gelockt bis 
zu den Schultern herab. Eines unter- 
schied sie jedoch von den anderen Mäd- 
chen in ihrem Alter: Sie hatte keine 
Zähne. Das wäre nichts Ungewöhnli- 
ches gewesen, wenn sie schon ziemlich 
alt gewesen wäre, aber Mirian war kaum 
19. 

„Was ist denn mit Mirians Zähnen 
passiert?" fragte ich meinen Mitarbeiter, 
als wir kurze Zeit später von ihr fortgin- 
gen. 

„Das möchte ich auch gern wissen", 
antwortete er, „doch darüber hat nie 
einer etwas gesagt." 
Vorerst vergaßen wir dieses Rätsel bei 
der Missionsarbeit, mit der wir beschäf- 
tigt waren. Eine Woche nach unserem 
ersten Besuch kamen wir jedoch wieder 
zu Mirian. Ihr Vater, Bruder Sanchez, 
war vor ungefähr einem Jahr gestorben, 
und dies hatte viel Schweres für die 
Familie mit sich gebracht. Schwester 
Sanchez mußte jetzt am anderen Ende 
der Stadt gegen niedrigen Lohn lange 
Stunden als Waschfrau arbeiten. Des- 
halb hatte Mirian von der Schule abge- 
hen müssen, damit sie sich um die 
Kinder kümmern konnte, während ihre 
Mutter arbeiten ging. Auch hatten sie 



aus ihrem früheren Viertel in dieses 
kleine Haus mit nur einem Zimmer 
ziehen müssen. Wir machten uns Sorgen 
um sie und versprachen, daß wir sie 
regelmäßig besuchen würden. 
An jenem Tag kam auch Rosa vorbei, 
eine Freundin von Mirian, die kein 
Mitglied war. Mirian schlug vor, wir 
sollten Rosa ein wenig vom Evangelium 
erzählen. Wir gingen eine Diskussion 
teilweise mit ihr durch, doch zeigte sich 
bald, daß sie kein Interesse hatte. Trotz- 
dem fragten wir sie, ob wir auch zu ihrer 
Familie kommen und ihr unsere Bot- 
schaft bringen dürften, und sie stimmte 
zu. 

Am nächsten Tag gingen wir zu der 
Familie Sanchez und baten Mirian, mit 
uns zu Rosas Familie zu gehen. Zu 
unserer Überraschung schlug sie dies ab 
und führte einige fadenscheinige Ausre- 
den an. Wir merkten, daß sie uns etwas 
verschwieg, und baten sie, uns den 
wahren Grund zu nennen. Da begann 
sie, alles zu erklären: 
Rosa wohnte in einem Viertel, wo auch 
Mirian vor dem Tod ihres Vaters ge- 
wohnt hatte. Nach seinem Tod hatten 
die Leute dort angefangen, Gerüchte 
über ihre, Mirians, Mutter zu verbreiten. 
„An einem Abend hatte ich dann genug. 
Ich bin hinausgegangen und habe meine 
Mutter verteidigt. Ich wußte, wie es 
wirklich war, und habe sie verteidigt. 
Aus der Nachbarschaft beschlossen eini- 
ge, sich gegen mich zusammenzurotten 
und mir eine Lektion zu erteilen, die ich 
nie vergessen würde. Sie fingen an, mich 
zu schlagen, meistens ins Gesicht. Und 
dabei habe ich alle Zähne verloren", 
sagte sie, indem sie auf ihren Mund 
zeigte. 

Nachdem sie uns erzählt hatte, was 
geschehen war, schien sie erleichtert zu 



31 



sein und sagte, sie werde mitgehen, wenn 
wir es wirklich wollten. Wir waren von 
ihrem Mut beeindruckt und stimmten 
darin überein, daß sie sogar mitkommen 
sollte. 

Der Abend für die Diskussion kam 
heran, und mein Mitarbeiter und ich 
gingen den Weg zum Haus der Sanchez' 
hinauf. Schwester Sanchez begrüßte uns 
an der Tür, und aus ihren Zügen sprach 
Mißbilligung. „Ich möchte nicht, daß 
meine Tochter wieder zu diesem 
schrecklichen Ort geht", sagte sie mit 
Nachdruck. Wir wußten nicht, was wir 
sagen sollten, doch Mirian wußte es. Wir 
hörten schweigend zu, während sie ihrer 
Mutter Zeugnis gab, daß sie wisse, es 
gebe einen besonderen Grund, warum 
sie mit uns gehen müsse. Zögernd willig- 
te Schwester Sanchez ein, jedoch nur auf 
unser feierliches Versprechen, daß wir 
sofort zurückkämen, wenn Schwierig- 
keiten einträten. 

Leider stellte sich heraus, daß Rosas 
Familie kein Interesse daran hatte, et- 
was über die Kirche zu hören. Als wir 
weggingen, fing Mirian an, uns von den 
anderen Familien in dem Viertel zu 
erzählen, auch von einem Mann, mit 
dem sie sich eine Zeitlang getroffen 
hatte, bis sie gemerkt hatte, daß er sehr 
weltlich gesinnt war und schlechte Ge- 
wohnheiten hatte. Der Geist berührte 
mich, und ich bestand darauf, daß 
Mirian uns zu ihm führe. Sie tat es sehr 
zögernd, führte uns aber auf den Pfad zu 
dem Haus, wo Luiz mit seinen Eltern 
und seinem Sohn wohnte. Als er die Tür 
aufmachte, war er ziemlich überrascht, 
uns zu sehen, bat uns aber herein und 
hörte gespannt an, was wir ihm zu sagen 
hatten. Als wir mit der regulären Dis- 
kussion fertig waren, erzählte er uns, 
daß er neuerdings den Wunsch hege, 



sich der wahren Kirche Gottes anzu- 
schließen, aber nicht wisse, welche es sei 
und wo sie zu finden sei. Er hatte schon 
die ersten Schritte der Umkehr getan, 
meinte aber, es sei mehr notwendig. Er 
verkündete uns, sein Herz sage ihm, daß 
wir in der Tat von der wahren Kirche des 
Herrn kämen. Eine Woche später wurde 
er getauft. 

Mit Mirians weiterer Hilfe - auch Luiz 
half mit - tauften wir in diesem Viertel 
innerhalb von sechs Wochen fast 25 
Personen. Ich werde nie vergessen, wie 
wir uns entschlossen haben, mit all 
denen zu sprechen, die Mirian so übel 
mitgespielt hatten. Als wäre nie etwas 
geschehen, half Mirian mit, diese Fami- 
lien zu belehren, und mehrere von ihnen 
bekehrten sich zum Evangelium. 
Mirian hat durch ihren tiefen Glauben 
an den Herrn und seine schützende 
Macht die Furcht vor ihren Mitmen- 
schen überwunden und mitgeholfen, 
diejenigen das Evangelium zu lehren, die 
sie für das ganze Leben entstellt hatten. 
Viele von ihnen verehren jetzt ihren 
Namen, weil sie ihnen vergeben und 
ihnen das Evangelium Jesu Christi ge- 
bracht hat. D 



Anmerkung des Herausgebers: Nicht 
lange nach diesem Ereignis starb 
Mirian an den Folgen eines Blinddarm- 
durchbruchs. Doch vorher hat sie als 
Mitglied großartige Missionsarbeit 
geleistet und ihren Mitmenschen ein 
hervorragendes Beispiel gegeben. 



32 



MISSIONSARBEIT 



DIE BUSFAHRT 



Orvid 
Zollinger 




Es war einer jener warmen Sommer- 
nachmittage, an denen sich die Ge- 
danken in Tagträumen verlieren und der 
Gedanke an Arbeit oder Studium sich 
verflüchtigt. Während meiner Mission 
war es mir an solchen Tagen am schwer- 
sten gefallen, meine Gedanken auf die 
Arbeit zu richten. Mit dem Studium war 
es jetzt ebenso. Seit dem Vormittag war 



ich nun in den Vorbergen östlich des 
Universitätsgeländes und sammelte 
Wurzeln. Mein Labormitarbeiter und 
ich sammelten sie seit einiger Zeit für ein 
botanisches Projekt. Wir brauchten nun 
schon doppelt soviel Zeit dafür wie 
vorgesehen, weil wir beim Sammeln der 
Pflanzen viel Zeit damit verbrachten, 
Schmetterlingen nachzujagen. Als wir 



33 



mit dem Sammeln endlich fertig waren, 
nahm mich mein Laborpartner mit dem 
Auto bis dahin, wo wieder Menschen 
wohnten, und dann stieg ich in den Bus, 
um nach Hause zu fahren. Es war 
Freitagnachmittag, und da mich der 
stille Zauber des Frühsommertages 
noch immer fesselte, beschloß ich wäh- 
rend der Heimfahrt, den Samstag dem 
sonnigen Strand und dem kühlen Was- 
ser zu widmen. 

Ich fing gerade an, mir diesen Tag ein 
wenig mehr auszumalen, als die Brem- 
sen das bekannte Zischen von sich gaben 
und ich bemerkte, wie ein kleiner Chi- 
cano-Junge vorn in den Bus einstieg. 

Der Bus war ungefähr halbvoll. Von 
vorn bis zu mir waren mehrere Plätze 
frei, und so achtete ich nicht weiter 
darauf. Ich schaute wieder aus dem 
Fenster und ließ die Gedanken zu den 
Wochenendträumen schweifen. 
Gerade war ich dabei, wieder in meine 
Tagträume zu versinken, als ich den 
Jungen aus dem Augenwinkel erneut 
erblickte. Er war an zwei leeren Sitzen 
vorbeigegangen und schien gerade auf 
den neben mir zuzukommen. Er war 
ungefähr neun oder zehn, und er trug 
Jeans, verwaschene, aber saubere und 
ein rotkariertes Hemd. Das Hemd wirk- 
te ein bißchen zu groß; wahrscheinlich 
war es vom älteren Bruder. Als er 
herankam, starrte ich fest entschlossen 
aus dem Fenster und hoffte, er würde an 
mir vorbeigehen und sich auf einen der 
leeren Plätze hinter mir setzen. Pech 
gehabt! 

„Hallo!" sagte er, indem er sich neben 
mir hinplumpsen ließ. Sein Lächeln war 
so breit, daß es für sein Gesicht einein- 
halb Nummern zu groß zu sein schien. 
Ich wollte nicht zurücklächeln, aber sein 



Lächeln war so ansteckend, daß ich 
mich nicht halten konnte. 
„Hallo!" antwortete ich, indem ich ver- 
suchte, wieder meine strenge Haltung 
einzunehmen. 

„Prima Tag, was?" sagte er. 
„Ja", antwortete ich, „prima Tag." 
Diesmal gelang es mir, nicht zu lächeln, 
und ich schaute wieder aus dem Fenster, 
in der Hoffnung, daß das Gespräch 
damit zu Ende war. Der Tag war zu sehr 
zum Tagträumen geschaffen, als daß ich 
ihn verschwenden konnte, indem ich mit 
so einem Knirps über das Wetter redete. 
Einen Augenblick herrschte Schweigen, 
und ich fing wieder an, mich zu entspan- 
nen und mir vorzustellen, wie ich am 
Strand Volleyball spielte. 
„He, sind Sie verheiratet?" 
„Was?" fragte ich, indem ich mich 
wieder zu dem Jungen wandte. Sein 
Lächeln schien, wenn das möglich war, 
noch breiter als vorher zu sein. 
„Ob Sie verheiratet sind!" 
„Nein", antwortete ich kühl und hoffte, 
er würde den Wink verstehen. 
„Oh", sagte er und senkte enttäuscht 
den Blick. Sein Lächeln verschwand. 
Anscheinend überraschte ihn dies. Er 
dachte nach. Aber gleich darauf blickte 
er wieder auf, und seine Augen leuchte- 
ten noch mehr als vorher. „Aber Sie 
werden doch heiraten, nicht?" 
Ich versuchte, nicht zu lächeln, aber 
seine Augen und diese Zähne machten es 
mir unmöglich. „Ja", sagte ich, ebenfalls 
lächelnd, „das werde ich wohl." 
„Und wenn Sie verheiratet sind, werden 
Sie Ihre Frau dann liebhaben?" 
Nun war ich überrascht. Die Frage 
schien zu einem so kleinen Jungen nicht 
zu passen. Ich hatte das Gefühl, als ziele 
er auf etwas ab, aber ich wußte nicht 



34 



genau, worauf. „Natürlich", antwortete 
ich vorsichtig, „das werde ich." 
„Und wenn Sie jemand liebhaben, 
möchten Sie auch immer mit ihm zusam- 
men sein, auch wenn Sie tot sind?" 
Da fiel der Groschen. Der Junge stellte 
mir eine Goldene Frage. Es war ein 
Mormone. Da saß ich und schaute ihn 
an. Ich antwortete nicht, denn ich wußte 
nicht, was ich sagen sollte. Wie viele 
Male hatte ich fast dieselbe Frage ge- 
stellt - nämlich während meiner Mission 
in Brasilien - im Bus und auf der Straße? 
Aber das war meine Missionszeit, das 
war damals, nicht jetzt. Es schien unfaß- 
bar, daß ein zehnjähriger Junge mir hier, 
zu Hause, die gleichen Worte sagte. Der 
Bus wurde langsamer, und der Junge 
stand auf. Dabei zog er etwas aus der 
Tasche und gab es mir. 
„So, hier muß ich raus. Hier, nehmen 
Sie. Da stehen die Namen von zwei 
Freunden von mir drauf. Wenn Sie mehr 
wissen wollen, rufen Sie sie doch an! 
Tschüß!" Und fort war er. 
Ich starrte auf die Broschüre, die er mir 
gegeben hatte. Sie war in der Mitte 
gefaltet und an den Ecken etwas ausge- 
franst. Ich faltete sie auseinander und las 
den Titel „Der Plan der Erlösung". 
Vor fast zwei Jahren war ich von 
Mission zurückgekommen. Ich hatte 
mein Missionstagebuch, Dias, Anden- 
ken und eine Menge Erinnerungen mit- 
gebracht. Aber meine Mission hatte ich 
zurückgelassen. Wie vielen hatte ich von 
der Kirche erzählt, seit ich zu Hause 
war? Wie oft hatte ich die Goldenen 
Fragen gestellt? Wie viele Leute kannte 
ich, die vielleicht Interesse hätten, wenn 
ich das Thema nur anschneiden würde? 
Hier hatte ich etwas über das Missionie- 
ren gelernt, was ich während meiner 
ganzen Mission nicht gelernt hatte, und 



noch dazu von einem kleinen Jungen, 
der nichts hatte außer einem Zeugnis 
und einem Lächeln. 
Der Bus füllte sich jetzt mit Menschen. 
Wir waren unweit des Zentrums, und es 
war kurz vor fünf. Ein junger Mann im 
Straßenanzug setzte sich neben mich. 
Verlegen stopfte ich die Broschüre in die 
Hemdtasche und schaute auf meine 
Füße hinunter. Ich dachte noch über den 
Jungen nach. Obwohl er noch so klein 
war, war er mehr Missionar, als ich es je 
gewesen war. Ich blickte wieder auf. Der 
Mann neben mir schaute aus dem Fen- 
ster, wahrscheinlich in Tagträume ver- 
sunken. 

„Schöner Tag, nicht wahr?" sagte ich, 
ohne erst nachzudenken. 
„Ja", sagte er, ebenfalls lächelnd, „ein 
sehr schöner Tag." 

Ich saß einen Augenblick da und han- 
tierte mit der Broschüre in meiner Ta- 
sche. Dann fragte ich, indem ich mein 
breitestes Lächeln aufsetzte: „Sind Sie 
verheiratet?" D 




35 



£)I]h DIE BOTSCHAFT 

MORGENDÄMMERUNG 

Eider Loren C. Dünn vom Ersten Kollegium der Siebzig 



Ich laufe sehr gern. 

Als wir vor kurzem in Neuseeland 
waren, bin ich täglich frühmorgens von 
unserem Haus in der Arney Road in 
Auckland aus losgelaufen, manchmal 
bis Remuera, manchmal bis One Tree 
Hill, wobei ich verschiedenen Straßen 
folgte. In Neuseeland früh am Morgen 
zu laufen, kann einem sehr viel geben, 
denn das Land ist von auffallender 
Schönheit, und der Sonnenaufgang ist 
hier besonders eindrucksvoll. Manch- 
mal ist der Himmel morgens wie in 
Flammen, wenn die ersten Sonnenstrah- 
len auf die sich türmenden Wolken 
fallen. An anderen Tagen sind die Far- 
ben morgens gedämpfter. Manchmal 
sieht auch alles trostlos und regnerisch 
aus. Man kann schwer voraussagen, was 
der Sonnenaufgang bringen wird. 
Manchmal wird es bei einer vielverspre- 
chenden Morgendämmerung plötzlich 
wolkig, und es gibt nichts außer Regen 
und Finsternis. Oder die Sonne bricht 
genau im richtigen Augenblick durch, 
und es entsteht ein einmaliger Sonnen- 



aufgang. Jeder Tag ist anders. Jeder Tag 
birgt Geheimnisse, hält seine Überra- 
schungen bereit. 

Wie sehr ähnelt dies dem Leben! Auch 
wir wissen nicht genau, was der nächste 
Tag erwarten läßt. Wir müssen jeden 
Tag so nehmen, wie er kommt. 
Das Evangelium Jesu Christi ist nicht 
dazu bestimmt, jeden Tag in wunderba- 
rer Weise zu ändern - aus dunklen 
Wolken helles Licht zu machen. Viel- 
mehr ist es dazu bestimmt, uns ein 
inneres Licht, eine Kraft zu geben, die 
uns hilft, für gute Tage dankbar zu sein 
und die schlechten mit Glauben und 
Entschlossenheit durchzustehen, bis ein 
neuer Tag Hilfe bringt. 
„Denn ich weiß, wer sein Vertrauen in 
Gott setzt, der wird in seinen Prüfungen, 
in seinen Beunruhigungen und Bedräng- 
nissen gestärkt und am letzten Tag 
emporgehoben werden." (AI 36:3.) 
Vor ein paar Jahren, als wir in Boston in 
Massachusetts gelebt haben, hatte ich 
einmal eine besonders schlechte Woche. 
Sie wissen, was eine schlechte Woche ist, 




nicht wahr? Es sind sieben schlechte 
Tage hintereinander. Am Ende der Wo- 
che fühlte ich mich niedergeschlagen, 
und ich tat mir etwas leid. 
Eines Abends - meine Familie war zu 
Bett gegangen - beschloß ich, länger 
aufzubleiben und mich wirklich dem 
Herrn zu nahen, entschlossener als bei 
meinem regulären Morgen- und Abend- 
gebet. 

Ich kniete in dem dunklen Haus unten 
im Lesezimmer nieder. Meine Umstände 
machten es mir leicht, mich dem Herrn 
in tiefster Demut zu nahen, und ich 
schüttete mein Herz aus. Während ich 
betete, verspürte ich das Bedürfnis nach 
einer Bestätigung dafür, daß er da sei 
und Anteil nehme. Freilich wußte ich 
dies alles aus früheren Erfahrungen, 
doch zuweilen braucht man durch eine 
neue Bestätigung Kraft. Als ich betete 
und diese besondere Bitte äußerte, erleb- 
te ich etwas sehr Bemerkenswertes. Ich 
hatte schon vorher geistige Erlebnisse 
gehabt, aber dies brachte mir mehr - 
eine Ausschüttung des Geistes, und zwar 
so real, daß ich ihn fühlen konnte. Er 
erfüllte meine ganze Seele, und zwar 
nicht nur einmal, sondern das Erlebnis 
wiederholte sich mehrmals innerhalb 
von ein bis zwei Minuten. 
Ich habe das Zimmer an jenem Abend 
mit der absoluten und neu bestätigten, 
aus dem Geist geborenen Erkenntnis 
verlassen, daß der Erretter nicht nur 
lebt, sondern mich auch kennt und sich 
meiner mit einer wahrhaft göttlichen 
Liebe annimmt. 

Dieses Erlebnis wirkte noch tagelang in 
mir fort und weckte in mir Liebe und 
Anteilnahme für meine Mitmenschen, 
sogar für Menschen auf der Straße, die 



ich gar nicht kannte! Während ich 
vorher mehr oder weniger gedankenlos 
an ihnen vorübergegangen war, interes- 
sierte ich mich nun für sie und nahm an 
ihnen Anteil. Sogar meine Familie 
schien mir noch mehr zu bedeuten. Ich 
fühlte mich mit allen Heiligen verbun- 
den und wollte meinen Mitmenschen 
dienen. 

Ich kann mich nicht mehr an die Prüfun- 
gen erinnern, vor denen ich damals 
gestanden habe. Sie sind vorübergegan- 
gen wie andere Prüfungen auch. Ich 
werde jedoch nie vergessen, wie mich der 
Geist an jenem Abend geheilt hat. Dies 
hat mir erneut bestätigt: Wenn wir uns 
richtig darauf einstellen, können wir vor 
den Herrn treten, und er wird uns auf die 
eine oder andere Art und in mehr oder 
minder starkem Maße den heilenden 
Einfluß des Geistes senden; und der 
Geist heilt nicht nur, sondern eint auch. 
So etwas braucht kein einmaliges Erleb- 
nis zu sein, sondern es kann oft gesche- 
hen. 

Mögen wir uns an jedem neuen Tag 
unseres Lebens rüsten - indem wir mit 
fester Absicht beten und die Gebote 
halten. Auf diese Weise wird das Licht 
des Heiligen Geistes aus uns hervor- 
leuchten und uns aufrechthalten. Es 
wird uns helfen, aus dem, was vor uns 
liegt, das Beste zu machen. Es wird uns 
helfen, zu ändern, was geändert werden 
kann und soll, und unerschütterlich zu 
bleiben, wenn wir etwas durchmachen, 
was wir nicht ändern können. 
,,Denn Gott der Herr ist Sonne und 
Schild. Er schenkt Gnade und Herrlich- 
keit; der Herr versagt denen, die recht- 
schaffen sind, keine Gabe." (Ps 84:12.) 
D 



Entwürfe der neuen Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. - Von links nach 
rechts: Entwurf für das Haus des Herrn in der Bundesrepublik Deutschland und in Chile; in Tonga 
und in West-Samoa; in Korea, in Schweden und in Südafrika; auf den Philippinen und in Tahiti; die 
größere Abbildung zeigt den Entwurf für Peru und Guatemala. 



- 



L.D.S. CHHRCH 

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LIBRARY 

NOV 1 2 1981 








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